Spanien hat mit außergewöhnlich starken Regenfällen und Stürmen zu kämpfen, die die Wasserstände in Stauseen im ganzen Land drastisch ansteigen ließen. Durch mehrere aufeinanderfolgende Tiefdruckgebiete, die oft als Sturmzug bezeichnet werden, wurden große Teile des Landes überschwemmt und viele Stauseen haben ein noch nie dagewesenes Hochwasserstand erreicht.
Nach aktuellen Zahlen des spanischen Ministeriums für ökologischen Wandel sind derzeit 96 Stauseen zu mehr als 90 Prozent ihrer Kapazität gefüllt. Davon haben 41 sogar mehr als 100 Prozent erreicht, was bedeutet, dass sie vollständig gefüllt sind und Wasser ablassen müssen.
Besonders im Süden Spaniens ist die Situation auffällig. In Provinzen wie Jaén und Sevilla haben mehrere Stauseen ihren Höchststand erreicht. Auch in anderen Regionen, darunter Madrid, Zaragoza, Ciudad Real, Cáceres und Badajoz, sind die Stauseen bis zum Rand gefüllt.
Eines der auffälligsten Beispiele ist der Stausee El Vicario in der Provinz Ciudad Real. Dieser Stausee ist so voll, dass das Wasser sichtbar über den Überlauf fließt, ein seltenes Phänomen, das seit Jahren nicht mehr zu beobachten war und viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Aufgrund des raschen Anstiegs des Wasserstandes haben die regionalen Behörden an verschiedenen Stellen beschlossen, präventiv Wasser abzuleiten. In Andalusien wurden die Schleusen von mehr als fünfzig Stauseen geöffnet, um den Druck auf die Dämme zu verringern, vor allem weil noch mehr Regen erwartet wird.
In nur einer Woche stieg die Gesamtmenge des gespeicherten Wassers um mehr als 4.500 Hektometer Kubikmeter. Das ist der größte wöchentliche Anstieg seit Beginn der Messungen im Jahr 1988. Die gesamten Wasserreserven Spaniens liegen derzeit bei etwa 68 Prozent der maximalen Kapazität.
Obwohl der reichliche Regen dazu beiträgt, die anhaltende Dürre zu lindern, bringt die Situation auch Herausforderungen mit sich. Durch gesättigte Böden und volle Flüsse steigt in einigen Gebieten die Gefahr von Überschwemmungen.
Quelle: Agenturn




