Vor der Küste von s’Arenal in Llucmajor auf Mallorca liegt erneut ein Antrag für eine temporäre Jetski-Strecke auf dem Tisch. Die Conselleria Mar i Cicle de l’Aigua prüft derzeit das Dossier von Life&Sea Mallorca, das eine Genehmigung erneuern möchte, die bereits zwischen 2023 und 2025 galt. Solange sich das Projekt in der Phase der öffentlichen Einsichtnahme befindet, können Einwohner und Organisationen noch Einspruch einlegen.
Der Vorschlag sieht eine quadratische Strecke mit einer Seitenlänge von etwa 150 Metern vor, die durch vier gelbe Bojen markiert ist. Darüber hinaus möchte der Betreiber eine modulare, schwimmende Plattform mit Platz für acht Jetskis installieren, die dort liegen bleiben, wenn sie nicht benutzt werden.
Sowohl die Bojen als auch die Verankerung der Plattform werden täglich entfernt. Der geplante Parcours liegt etwa 1.000 Meter vor der Küste und 720 Meter vom Eingang zum Yachthafen von s’Arenal entfernt. Laut der technischen Dokumentation werden die Ankerpunkte ausschließlich auf Sandböden platziert. Dabei bleibt man mehr als 100 Meter von Posidonia-Wiesen und mehr als 450 Meter vom Naturschutzgebiet um Cap Enderrocat und Cap Blanc (LIC/ZEPA) entfernt.
Der Umweltteil des Antrags stützt sich auf eine sogenannte declaración responsable, ein Dokument, das bei solchen saisonalen Projekten den üblichen Verträglichkeitsbericht ersetzt. Ein extern erstelltes Umweltdossier ist Teil des Pakets. Schutz von Posidonia und der bedrohten Nacra Die wichtigste Bedingung aus diesem Umweltgutachten ist klar: Das Verankern darf ausschließlich außerhalb der Posidonia-Wiesen erfolgen.
Vor Beginn der Aktivitäten muss überprüft werden, ob sich an den Ankerpunkten keine Exemplare der Nacra befinden, einer geschützten und stark bedrohten Muschelart. Wird dennoch eine gefunden, müssen die Behörden informiert werden.
Die Kosten für die Installation belaufen sich laut Antrag auf 2.682 Euro (inkl. MwSt.). Der vorgeschlagene Saisonpreis für die Nutzung des öffentlichen Meeresgebiets beträgt 5.325 Euro ohne MwSt.
Der neue Antrag in Llucmajor kommt ein Jahr, nachdem ein viel größeres Projekt vor der Küste von Magaluf auf heftigen Widerstand gestoßen war. Dieser Plan sah einen Jetski-Bereich von nicht weniger als 178.000 Quadratmetern vor. Neben Kritik von Anwohnern und Umweltorganisationen folgte auch eine Petition, um die Initiative zu stoppen. Die Gemeinde Calvià gab schließlich eine negative Stellungnahme ab.
Laut der damaligen Stadträtin Elisa Monserrat passte eine so umfangreiche Anlage nicht zu den Bestrebungen nach einem nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismusmodell. Das Projekt wurde daraufhin von der Conselleria abgelehnt und nie realisiert.
Quelle: Agenturen





