Spanien hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mehr als 35 Millionen Touristen begrüßt. Das sind 5,5 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die neuesten Daten zeigen jedoch auch, dass sich das Wachstumstempo etwas abflacht. So kamen im Mai zwar mehr Besucher, aber der Anstieg blieb in diesem Monat auf 1,5 % begrenzt.
In den vergangenen Monaten verzeichnete der Tourismus ein starkes Wachstum. Der Januar begann mit einem Anstieg von 6 %, im Februar lag das Wachstum bei 7,6 % und im April stieg die Zahl der Besucher sogar um 10 %. Im Mai verlangsamte sich das Wachstum jedoch wieder. Experten zufolge spielen dabei die steigenden Preise für Unterkünfte eine große Rolle.
Hotels und Apartments sind in Spanien in den letzten vier Jahren deutlich teurer geworden. Urlauber suchen daher häufiger nach günstigeren Alternativen wie der Türkei, Nordafrika oder sogar fernen Ländern wie Mexiko.
Das Bild je nach Region ist unterschiedlich. Andalusien schnitt auffallend gut ab. Diese Region verzeichnete 9,6 % mehr Touristen als im Vorjahr. Auch die Comunidad Valenciana mit beliebten Reisezielen wie Valencia und Benidorm wuchs überdurchschnittlich (+6,3 %). In Katalonien und auf den Balearen fiel die Entwicklung enttäuschend aus. Dort kamen im Mai sogar weniger Menschen. Katalonien verzeichnete einen Rückgang von 5,6 %, während die Zahl der Besucher auf den Balearen um 0,2 % zurückging. Im gesamten Frühjahr stiegen die Zahlen in diesen Regionen zwar noch leicht an, aber weniger als anderswo in Spanien.
Das Vereinigte Königreich stellte traditionell die größte Touristengruppe. Im Mai kamen fast 2,1 Millionen Briten, was einem Wachstum von über 7 % entspricht. Bei den Besuchern aus Frankreich und Deutschland war hingegen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Aus Frankreich kamen 6,7 % weniger Touristen und aus Deutschland 6,1 % weniger Besucher. Auch aus den Niederlanden (-2 %), der Schweiz (-3 %) und Lateinamerika (-0,8 %) ging die Zahl der Reisenden zurück. Belgien war das einzige Land, das in den ersten fünf Monaten insgesamt einen Rückgang verzeichnete.
Ein weiterer Punkt, der laut der Zeitung El País eine Rolle spielt, ist die Überfüllung vieler Städte und Badeorte. Vor allem auf den Balearen, den Kanarischen Inseln und in Barcelona hat der Tourismus in den letzten Jahren stark zugenommen. Im vergangenen Sommer gingen die Einwohner auf die Straße, um gegen die Folgen zu protestieren. Ihrer Meinung nach treibt der Massentourismus die Mieten in die Höhe und erschwert das tägliche Leben zunehmend. Einige Urlauber entscheiden sich inzwischen bewusst für weniger überlaufene Orte.
Trotz des Rückgangs aus einigen Ländern geben die Touristen, die kommen, mehr Geld aus. Im Mai stieg der Gesamtumsatz um fast 5 % auf über 12 Milliarden Euro. Im Durchschnitt gab ein Besucher 209 Euro pro Tag aus. In den ersten fünf Monaten beliefen sich die Gesamtausgaben auf fast 47 Milliarden Euro, ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr.
Die spanische Regierung rechnet damit, dass in diesem Jahr erneut ein Rekord bei den Touristenzahlen aufgestellt wird. Möglicherweise wird die Grenze von 100 Millionen Touristen im gesamten Jahr überschritten. Experten warnen jedoch davor, dass ein weiteres Wachstum dieser Zahlen nicht selbstverständlich ist, zumal Urlauber mittlerweile kritischer auf Preise und Überfüllung achten.
Quelle: Agenturen



