Der US-Präsident, Donald Trump, bezeichnete am Donnerstag (08.05.2025) den Präsidenten der Federal Reserve, Jerome Powell, als „dumm“, nachdem dieser angekündigt hatte, dass die Zentralbank die Zinsen unverändert belassen werde und weiterhin Inflationsrisiken sehe.
„’Zu langsam‘ Jerome Powell ist ein DUMMKOPF, der keine Ahnung hat. Abgesehen davon mag ich ihn sehr“, schrieb Trump heute Morgen in einem Beitrag im Netzwerk Truth Social, in dem er versichert, dass die Kraftstoff- und Energiepreise ‚sehr niedrig‘ seien und es im Land ‚praktisch keine Inflation‘ gebe.
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Fed) beschloss am Mittwoch nach Abschluss seiner zweitägigen Sitzung, die Zinssätze unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,5 % zu belassen, wo sie seit der Senkung im Dezember 2024 liegen.
Seit seinem Amtsantritt im Januar hat Trump Powell wiederholt aufgefordert, eine weitere Zinssenkung anzukündigen, da die Inflation unter Kontrolle sei und seine Politik der höheren Handelszölle Einnahmen in die Staatskasse spüle, während der Fed-Präsident seine Unabhängigkeit verteidigt hat. Powell wies gestern in seiner üblichen Pressekonferenz darauf hin, dass die Zollerhöhungen zwar „wahrscheinlich“ zu einem Anstieg der Inflation, einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen werden, wenn sie fortgesetzt werden, die Wirtschaft selbst aber vorerst weiterhin solide ist.
Das BIP der Vereinigten Staaten schrumpfte im ersten Quartal um 0,3 % auf Jahresbasis und um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal, was den ersten negativen Wert seit 2022 darstellt. Der Chef der Notenbank wies jedoch darauf hin, dass die Menschen zwar über die Auswirkungen des Zollkonflikts besorgt seien, diese jedoch noch nicht eingetreten seien.
Die Arbeitslosenquote blieb im April in den USA mit 4,2 % auf dem Niveau vom März, während die Preise im März um 0,1 % sanken, den ersten monatlichen Rückgang seit Mai 2020, und die Inflationsrate im Jahresvergleich bei 2,4 % lag, leicht über dem von der Fed angestrebten Ziel von 2 %. Powell betonte, dass diese guten Daten es ermöglichen, die Geldpolitik angesichts der Unsicherheit über die Auswirkungen der Änderungen in der Handels-, Regulierungs- und Haushaltspolitik der Trump-Regierung geduldig fortzusetzen.
Quelle: Agenturen



