Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo hat bekräftigt, dass die Europäische Union Spanien vor einseitigen Handelsmaßnahmen schützt, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Handelsbeschränkungen gedroht hatte. Die EU-Struktur verhindert, dass externe Akteure einzelne Mitgliedsstaaten mit Vergeltungsmaßnahmen belegen. Spanien genießt somit internationalen Handelsschutz.
Cuerpo betonte in einem Interview, dass die Regierung Sánchez weiterhin auf Zusammenarbeit und Integration der Handelsbeziehungen mit den USA setzt. Bisher hat Washington keine konkreten Schritte gegen Spanien unternommen.
Die EU-Handelspolitik liegt in der Verantwortung der Gemeinschaftsinstitutionen, was bedeutet, dass Handelskonflikte von allen 27 Mitgliedsstaaten gemeinsam verhandelt werden müssen. Diese Architektur hat sich in der Vergangenheit als Schutzmechanismus bewährt.
Seit 1957 ist die gemeinsame Handelspolitik ausschließliche Zuständigkeit der EU. Kein Mitgliedsstaat kann eigenständig Handelsabkommen aushandeln oder einseitigen Sanktionen ausgesetzt werden, ohne dass der gesamte Block betroffen ist. Maßnahmen gegen ein EU-Land sind somit Maßnahmen gegen die gesamte Union, was Drittstaaten zwingt, mit Brüssel zu verhandeln.
Die Europäische Kommission ist die einzige Institution, die Handelsabkommen aushandeln und Streitigkeiten im Namen der 27 Mitgliedsstaaten beilegen darf. Diese Schutzwirkung zeigte sich bereits in früheren Krisen, beispielsweise im Fall Grönlands. Die EU handelte koordiniert, um dänische Interessen zu wahren. Auch in anderen Fällen, in denen Mitgliedstaaten mit Sanktionen konfrontiert waren, erfolgte die Reaktion koordiniert von Brüssel aus.
Die USA verkaufen mehr nach Spanien als umgekehrt. Laut dem Ministerium für Industrie, Handel und Tourismus besteht ein spanisches Handelsdefizit gegenüber den USA in Milliardenhöhe. Spanien ist Nettoimporteur von US-Produkten. Wichtige spanische Exportgüter in die USA sind Olivenöl, Wein, Pharmazeutika und Industriekomponenten. Spanien importiert hauptsächlich Technologieprodukte, Industriemaschinen, chemische Produkte und Energieprodukte aus den USA, insbesondere Flüssigerdgas.
Trump könnte Zölle auf spanische Produkte erheben, solche Maßnahmen würden aber automatisch alle EU-Länder betreffen. Durch den europäischen Binnenmarkt können Produkte frei zirkulieren, was eine wirtschaftliche Isolierung einzelner Länder unmöglich macht. Die Europäische Kommission kann mit Gegenmaßnahmen reagieren, wie frühere Handelsstreitigkeiten mit Washington gezeigt haben.
Ein offener Handelskonflikt hätte globale Auswirkungen, da die EU und die USA zusammen fast 40 % des weltweiten BIP ausmachen. Globale Lieferketten wären betroffen, Verbraucherpreise würden steigen und die wirtschaftliche Unsicherheit würde zunehmen. In Spanien könnten insbesondere die Agrar- und Ernährungswirtschaft, die Pharmaindustrie und der Tourismus beeinträchtigt werden. Die EU-Mitgliedschaft bietet jedoch Ausgleichsmechanismen.
Trumps Drohungen erfolgen vor dem Hintergrund politischer Spannungen zwischen Washington und einigen europäischen Regierungen. Bisher haben sich diese Äußerungen nicht in konkreten Maßnahmen gegen Spanien niedergeschlagen. Das Wirtschaftsministerium setzt auf Vorsicht und Dialog und hofft, dass Differenzen durch institutionelle Mechanismen beigelegt werden können, ohne dass es zu einer Eskalation kommt.
Quelle: Agenturen





