TUI Experiment Mallorca, für uns ein Scheitern auf ganzer Linie!

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Netzfundstück: Mein Erfahrungsbericht! Und da denkt man, man hätte mit 40 schon viel erlebt! Es ist Montag der 15.06.2020, Flughafen Frankfurt am Main.

Meine Frau und ich freuen uns zur Testgruppe von TUI zu gehören, die als erste Deutsche wieder nach Mallorca reisen dürfen. 04:00 Uhr Abfahrt zu Hause, auf nach Frankfurt. Auto parken und ab zum Checkin, alles wie gewohnt nur viel Leere im Flughafen. Die Mitarbeiterin der Lufthansa bucht uns auf unsere Flüge.

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Der erste führt von Frankfurt nach Zürich, wo wir dann einen Anschlussflug nach Palma besteigen sollen. Alles gebucht und organisiert von TUI und genau so unseren Reiseunterlagen zu entnehmen.

Start in Frankfurt 09:00 Uhr, wir starten pünktlich auch in Zürich keine Verspätung dort geht es um 13:10 Uhr planmäßig weiter. Wir landen auf Mallorca, es ist 15:00 Uhr. Geparkt wird die Maschine auf einer Außenposition, auch hier ist nichts los. Es stehen lediglich 3 weitere Maschinen am Terminal.

Mit dem Bus geht es nun wie gewohnt in Richtung Gepäckausgabe, doch halt.

Hier ist nun eine Kontrollstelle der spanischen Grenzpolizei aufgebaut. Die Einreiseunterlagen incl. Gesundheitsfragen der spanischen Behörden wurde an Bord schon ausgefüllt, man will ja bestens vorbereitet sein. Wir sind dran, meine Frau und ich treten nach vorne und werden von dem Polizisten gefragt von wo wir kommen. Aus der Schweiz, seine Antwort nun: dann dürfen sie nicht einreisen!

Fragende Gesichter bei mir und meiner Frau. Wir versuchen ihm zu erklären, dass wir zu der TUI Testgruppe gehören, welche die Behörden erlaubt haben, deutsche Touristen nach Mallorca zu bringen. Wir Belegen alles mit Buchungsunterlagen, Personalausweisen, und Bordkarten.

Die Aussage des Polizisten schockt. Wir dürfen nicht einreisen, weil wir über die Schweiz kommen?!

Ja, richtig gehört… TUI buchte uns auf eine Pauschalreise mit Zwischenstopp in der Schweiz, über die wir aber überhaupt nicht hätten einreisen dürfen!

So wie uns geht es noch anderen Leuten des Fliegers aus Zürich. Darunter auch ein Paar aus Berlin, welches ab diesem Moment zu unseren Begleitern für die nächsten 6 Stunden werden soll.

Die Polizei füllt uns Dokumente aus und übergibt uns dann den Bescheid zur Verweigerung der Einreise. Sämtlich Versuche nun mit der Polizei, deren Vorgesetzten oder TUI Mitarbeitern vor Ort spreche zu können schlagen fehl. Die Hotline auf der Buchungsbestätigung, Warteschleife! Die Hotline TUI, abgeschaltet nur Bandansage! Die Reiseleitung vor Ort, über eine deutsche Nummer, erreicht! „Die wird das schon klären!“ Von wegen, sie versucht das Management am Flughafen zu erreichen und verspricht einen Rückruf. Währenddessen werden ca. 10-15 Mitreisende von der Polizei, teils unter unmittelbaren Zwang (also geschoben) in Richtung Bus begleitet. Mit diesem geht es zurück zu dem Flieger, der uns vor 30 Minuten auf die Insel gebracht hatte. Es ist 16:10 als der Flug der Swiss Air wieder abhebt in Richtung Zürich, mit an Bord wir und andere Urlauber, die dem Versprechen des Reiseunternehmens TUI gefolgt sind und sich in der schwierigen Zeit den Urlaubsspaß haben nicht vermasseln lassen wollen. Gegen 18 Uhr Flughafen Zürich, die Mailbox meldet einen Anruf aus Spanien, die Reiseleiterin vor Ort, eine sehr nette, freundliche und wirklich bemühte Mitarbeiterin von TUI bedauert den Vorfall und uns vor Ort nicht helfen gekonnt zu haben.

Am Gepäckband treffen wir wieder auf das Pärchen aus Berlin, wir beschließen uns zusammen zu tun. Wir versuchen wdh. die telefonische Kontaktaufnahme zu TUI. Erste Nummer: Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an, diese sind von 10 bis 18 Uhr! Zweite Nummer: Aufgrund der aktuellen Lage bitten wir von persönlichen Anrufen abzusehen, wenn sich an ihrer Reise etwas ändert, meldet sich TUI pro-😭aktiv bei Ihnen!

Dritte Nummer: Warteschleife! Einzig und alleine die Reiseleiterin aus Spanien ist für uns erreichbar, auch sie kann niemand anderen erreichen. So, da stehen wir nun in Zürich, 500 km vom Startflughafen Frankfurt entfernt. Kein Flug, kein Zug o.ä. in die Richtung. Wie geht es weiter, Angebot der Reiseleiterin Mietwagen und ab nach Frankfurt.
Also Mietwagenstation, wir brauchen einen Mietwagen für nach Frankfurt. Europcar, AVIS und SIXT winken ab kein Fahrzeug, dass nach Deutschland darf, um dort zu verbleiben. Letzt Option Hertz.

Die erste positive Nachricht des Tages, ein Ford Kuga für 4 Personen incl. Reisegepäck für schlappe 590,05 Schweizer Franken. Da wir das Auto aber nach Deutschland zurück bringen erhalten wir 200 CHF Nachlass, somit werden 339,25 CHF fällig natürlich auf meine Kreditkarte und in der Hoffnung auf die zugesagte Erstattung durch TUI. Nun geht es los, 19:30 Uhr das Paar aus Berlin möchte nach Stuttgart und ab da das „Zug zum Flug Ticket“ nutzten, geplante Abfahrt 00:30 Uhr. Wir erhalten die Info von den beiden, dass ihre Tortur heute um 10:30Uhr vorerst mit einer schriftlichen Beschwerde bei TUI endet. Gegen 22Uhr in Stuttgart für uns geht es weiter nach Frankfurt, inzwischen seit 16 Stunden unterwegs und noch zwei Stunden vor uns doch damit nicht genug. Geplante Ankunft in Frankfurt 00:12 Uhr und dann nochmal 200 km nach Hause?! Nein, das schaffe ich körperlich nicht mehr. Hotel, ja! Die suche beginnt, meine Frau sucht ein Hotel in Nähe Frankfurt, nach mehrfachen Versuchen in Kelsterbach fündig geworden. 01:00 Uhr, duschen und ins Bett. Die Nacht kostet uns 118 EUR. Um 09:00 Uhr heißt es auschecken und zum Flughafen. Mietwagen abgeben, eigenes Auto aus dem Parkhaus und endlich nach Hause. 11:30 Home sweet home, jetzt ab ans Telefon und TUI kontaktieren. Das Problem der Erreichbarkeit bleibt das gleiche, die angegebene Nummer auf der Reisebestätigung kann mir nach 23 Minuten Warteschleife nicht helfen und verweist an eine 0800er Nummer.

Dort eine nette, symphytische und bemühte Dame, sie schaut in die Buchung und kann uns nur das Beschwerdeformular der TUI ans Herz legen. Diese können wir allerdings erst nach dem 21.06. dem Tag unserer Rückreise anlegen, da das System uns ja immer noch im Urlaub wähnt. Ich werde versuchen sämtliche Unterlagen einzureichen. Ein Umbuchen z.B. auf einen Flug an dem morgigen Mittwoch mit verkürztem Aufenthalt o.ä. ist nicht möglich da TUI keine Flugkapazitäten mehr besitzt.

Schade, für uns und einige andere ist das Experiment Mallorca Urlaub definitiv nicht erfolgreich gewesen! Letztendlich sind wir eine Erfahrung reicher und knapp 2.500 EUR ärmer und das wegen einem Versprechen des weltweit größten Reiseanbieters.

Es darf gerne geteilt werden!

Beitrag aktualisiert am 17.06.2020 | 17:31