TV-Tipp: Arm auf Mallorca – Urlaubsinsel in Corona-Not

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Auf Mallorca nimmt gerade eine soziale Katastrophe ihren Lauf. Wegen der Corona-Krise ist der Tourismus eingebrochen und damit auch die Haupteinnahmequelle vieler Familien. Armut, lange Schlangen vor Essensausgaben und auch Obdachlosigkeit sind die Folge. Ascensión Maestre hat die Hilfsorganisation „SOS Mamás“ gegründet und versucht den Notleidenden zu helfen.

Auf der beliebten Ferieninsel ist die Lage vieler Familien dramatisch; die Leute haben wegen der Coronakrise kaum noch Einkünfte, das Arbeitslosengeld läuft vielfach aus oder es gibt erst gar keinen Anspruch. Selbst festangestellte Saisonkräfte konnten im Corona-Sommer kaum Rücklagen bilden, da sie oft in Kurzarbeit waren.

TV-Tipp: Arm auf Mallorca – Urlaubsinsel in Corona-Not

Noch dramatischer ist die Situation bei jenen, die keine Festanstellung hatten und nach dem Verlust der Arbeit jetzt auch kein Arbeitslosengeld beziehen. Gabriel Moreno Valls hat im Zuge der Krise seinen Job als Maurer verloren. Der Familienvater konnte die Wohnung nicht mehr bezahlen, wurde geräumt und hat aus der Not heraus eine leerstehende Bankfiliale besetzt. Dort lebt er jetzt mit seiner Frau und den drei kleinen Kindern – ohne fließendes Wasser und mit einer Notbeleuchtung. Auch die alleinstehende Mutter Nieves Massa Sastre verlor in der Krise ihren Job, ihr Einkommen und schließlich ihre Würde: Sie musste ihre Möbel verkaufen und ihre Wertsachen verpfänden – nur um für sich und ihre fünfjährige Tochter Miriam Lebensmittel kaufen zu können. In der verzweifelten Lage hat sich Nieves an „SOS Mamas“ gewandt.„ Wo viele die Augen verschließen, um nicht hinzuschauen, kommen wir, um zu helfen“, ist das Motto der Gründerin Ascensión Maestre. Doch in der aktuellen Krise hat der Verein plötzlich statt 4.000 mehr als 10.000 Anfragen nach Hilfe und die Helfer sehen sich einer unlösbaren Aufgabe gegenüber: Im wirtschaftlich härtesten Winter der vergangenen Jahrzehnte gibt es auf Mallorca einfach zu viele Menschen, die Hilfe brauchen.

08.03.2021 – 19:40 – ARTE