Die Einführung der Umweltzone (ZBE) in Palma de Mallorca hat bei Touristen, die mit dem eigenen Auto anreisen, für Verwirrung und Verärgerung gesorgt. Obwohl die Maßnahme darauf abzielt, die Luftqualität zu verbessern und umweltschädliche Fahrzeuge aus dem Stadtzentrum fernzuhalten, sind insbesondere ausländische Autofahrer von den restriktiven Regeln betroffen.
Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen können sich nicht für die Zufahrt zur ZBE registrieren, selbst wenn es sich um Elektroautos handelt. Dies führt zu Bußgeldern von 200 Euro für jeden Verstoß. Die Stadtverwaltung begründet dies mit technischen Schwierigkeiten bei der europaweiten Anerkennung von Emissionsstandards. Da jedes Land seine eigenen Klassifizierungssysteme hat, kann Palma nicht automatisch überprüfen, ob ein ausländisches Fahrzeug die erforderlichen Umweltstandards erfüllt.
Diese pauschale Ablehnung stößt auf Kritik, insbesondere bei Besitzern von Elektrofahrzeugen, die nachweislich keine Emissionen verursachen. Ein Beispiel ist der Fall eines deutschen Tesla-Fahrers, der mit einem Bußgeld belegt wurde, obwohl sein Fahrzeug in Deutschland eine grüne Umweltplakette besitzt.
Die Gemeinde Palma beruft sich auf die fehlende digitale Überprüfbarkeit der Emissionswerte ausländischer Fahrzeuge. Während Besucher mit Mietwagen, die über spanische Kennzeichen und entsprechende Umweltplaketten verfügen, problemlos die ZBE befahren dürfen, sind Touristen mit eigenen Fahrzeugen benachteiligt. Ausnahmen gelten lediglich für Personen, die auf Mallorca wohnen, dort eine Immobilie besitzen oder ein Gewerbe betreiben.
Bislang gibt es keine Pläne, das System für Touristen zugänglicher zu gestalten. Dies führt zu Unverständnis bei regelmäßigen Mallorca-Besuchern, die seit Jahren mit dem eigenen Auto auf die Insel reisen. Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen bei der Umsetzung von Umweltzonen in einer globalisierten Welt, in der unterschiedliche nationale Standards und technische Hürden die grenzüberschreitende Mobilität erschweren können.
Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Palma eine praktikable Lösung für Touristen finden wird, um unnötige Bußgelder zu vermeiden und gleichzeitig die Umweltziele der ZBE zu erreichen.
Quelle: Agenturen



