Der Beruf des Soldaten verliert in Spanien an Attraktivität. Laut dem jüngsten Bericht der Beobachtungsstelle für das militärische Leben für das Jahr 2023 hat das Verteidigungsministerium die Zahl der verfügbaren Stellen für Soldaten im Vergleich zu 2022 um fast 60 % erhöht, von 4.300 auf 6.826. Trotz dieses Anstiegs ist die Zahl der Soldaten und Matrosen im zweiten Jahr in Folge gesunken, und zwar um 351 Personen auf insgesamt 75.805 Soldaten.
Ein besorgniserregender Trend ist der Rückgang der Bewerbungen für die Armee um rund 21 %, von 36.771 im Jahr 2022 auf 29.368 im Jahr 2023. Dies führte zu einer Halbierung des Verhältnisses von Bewerbern pro Stelle auf 4,3 Bewerber pro Stelle, dem niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Das Verteidigungsministerium erklärt diesen Rückgang als logisch, da die Zahl der angebotenen Stellen gestiegen sei, aber dieses Argument würde nur gelten, wenn sich die Zahl der Stellen verdoppelt hätte, was nicht der Fall ist.
Von den 29.368 Bewerbungen, die im Jahr 2023 eingingen, wurden 4.091 direkt ausgeschlossen. Von den zugelassenen Bewerbern kamen 23.239 in die zweite Phase, von denen 10.307 die körperlichen Eignungstests nicht bestanden. Letztendlich schlossen 12.936 das gesamte Verfahren ab. Von den 6.826 Stellen, die zur Verfügung standen, wurden 6.245 besetzt: 5.476 Männer und 769 Frauen. Das bedeutet, dass 581 Stellen unbesetzt blieben.
Die Beobachtungsstelle für das Militärleben unterstreicht die Notwendigkeit einer intelligenten Rekrutierungsstrategie, die darauf abzielt, die Einstiegsbedingungen, Aufstiegsmöglichkeiten und Karriereaussichten zu verbessern. Sie fordert die Regierung auf, die Besoldungspolitik attraktiver und menschenwürdiger zu gestalten, was ein lang gehegter Wunsch mehrerer Militärverbände ist.
Darüber hinaus ist die Zahl der Reservisten mit besonderer Verfügbarkeit (RED), einem Status, den Soldaten und Matrosen erhalten, wenn sie im Alter von 45 Jahren aus der Armee ausscheiden müssen, ohne den Status eines Berufssoldaten erreicht zu haben, um mehr als 32 % gestiegen. Am 1. Januar 2024 belief sich die Zahl der Reservisten mit Sonderverfügbarkeit auf 7.729. Diese Personen erhalten bis zu ihrem 65. Lebensjahr eine monatliche Beihilfe von 704 Euro.
Im Jahr 2023 wurden 1.000 Stellen für Soldaten und Matrosen zur Erlangung des Berufssoldatenstatus angeboten, von denen nur 609 besetzt wurden. Dagegen sank die Zahl der Soldaten mit Langzeitverträgen um 2.948. Schließlich wurden 2.339 Soldaten entlassen, während 1.988 junge Menschen ihren ersten Vertrag mit den Streitkräften unterzeichneten, so dass der Gesamtverlust an Soldaten auf 351 begrenzt wurde.
Quelle: Agenturen





