Nach dem heftigen Sturm und tagelangen Niederschlägen hören Einwohner in verschiedenen Regionen Andalusiens seltsame Geräusche aus dem Boden. Vor allem im Dorf Grazalema in der Provinz Cádiz berichten Menschen von brummenden und dröhnenden Geräuschen. Dies führt zu Besorgnis, zumal das schlechte Wetter bereits für viele Probleme gesorgt hat. Bislang wurden mehr als 100 leichte Erdbeben registriert, nicht nur in der Provinz Cádiz, sondern auch in Málaga.
Laut Experten hängt dies vor allem mit der enormen Menge an Regenwasser zusammen, die in kurzer Zeit gefallen ist. Die unterirdischen Wasserschichten, auch Aquifere genannt, sind vollständig gesättigt. Das Wasser sucht sich neue Wege durch Risse und Gänge im Boden. Dabei entstehen Druckunterschiede und Luftbewegungen, die hörbare Geräusche und leichte Erdbeben oder Vibrationen verursachen.
In Grazalema war die Lage so besorgniserregend, dass das Dorf vorübergehend evakuiert wurde. Der nasse Untergrund kann instabil werden, was zu Senkungen oder Erdrutschen führen kann. Die Behörden entschieden sich daher für Sicherheit, auch wenn keine Gefahr eines großflächigen Einsturzes besteht.
Seit dem 3. Februar registrieren Seismologen eine auffällige Reihe kleiner Erdbeben in einem Gebiet, das sich von der Sierra de Grazalema bis zur Küste bei Estepona erstreckt. Insgesamt handelt es sich um mehr als 105 Beben in weniger als einer Woche. Das spanische Nationale Geografische Institut beobachtet die Situation aufmerksam.
Die meisten Erdbeben waren schwach und hatten eine Stärke zwischen 1,2 und 3,6. Siebzehn Beben wurden von den Bewohnern deutlich gespürt, vor allem in Innenräumen. Die Menschen berichteten von vibrierenden Fenstern, leichten Erschütterungen und bewegten Gegenständen, aber es gibt keine Meldungen über Schäden an Gebäuden oder Verletzte.
Das stärkste Beben ereignete sich in der Nacht vom 8. Februar gegen 1:45 Uhr. Es hatte eine Stärke von 3,6 und lag in der Nähe des Dorfes Jimera de Líbar in der Provinz Málaga. Auch dieses Beben sorgte vor allem für Schreck, aber nicht für Schäden.
Wichtig ist, dass diese Erdbeben laut Experten nichts mit den heftigen Regenfällen zu tun haben. Sie sind Teil der normalen geologischen Aktivität in Südspanien. Es gibt also keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Sturm und den Erdbeben bei Málaga.
Experten zufolge hängt die seismische Aktivität mit der sogenannten Gaucín-Verwerfungszone zusammen, einer bekannten geologischen Verwerfung in diesem Teil Andalusiens. In diesem Gebiet kommt es häufiger zu kleinen Erdbeben. Wissenschaftler betonen, dass dies dem normalen Verhalten der Erdkruste in Südspanien entspricht.
Allerdings verwenden Wissenschaftler manchmal den Begriff „hydrosismische Phänomene” für Geräusche oder Vibrationen, die durch bewegtes Wasser im Untergrund entstehen. Ob dies hier genau der Fall ist, wird noch untersucht. Klar ist jedoch, dass das extreme Wetter einen großen Einfluss auf das hatte, was die Menschen derzeit erleben.
Quelle: Agenturen





