Unklare Zahlen machen die Bekämpfung von „Leerstand“ fast unmöglich

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In Spanien stehen laut der letzten offiziellen Zählung fast 3,9 Millionen Wohnungen leer. Allerdings weiß eigentlich niemand genau, um welche Häuser es sich handelt und wo sie sich befinden. Die Zahlen stammen aus der Volkszählung von 2021 und wurden seitdem nicht wirklich aktualisiert. In Zeiten großer Wohnungsnot sorgt dies für große Unsicherheit.

Die Daten wurden vom spanischen Statistikamt INE erhoben. Dabei wurde vor allem der Stromverbrauch der Wohnungen berücksichtigt. Wenn wenig oder gar kein Strom verbraucht wird, gilt eine Wohnung als leerstehend. Das sagt jedoch nicht alles aus. Eine Wohnung kann auch ein Zweitwohnsitz sein oder vorübergehend unbewohnt sein. Daher ist es schwierig zu bestimmen, wie viele Wohnungen tatsächlich langfristig leer stehen.

Außerdem ist nicht bekannt, in welchem Zustand sich diese Wohnungen befinden. Einige Häuser sind möglicherweise veraltet oder müssen renoviert werden. Ohne diese Informationen ist es schwierig, Pläne zu machen, um sie wieder auf den Markt zu bringen. Experten sind daher der Meinung, dass dringend bessere und aktuellere Daten benötigt werden.

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Eine weitere Rolle spielt, dass sich viele leerstehende Häuser in kleinen Dörfern mit weniger als 10.000 Einwohnern befinden. Gerade dort ist die Nachfrage nach Wohnraum gering. In Großstädten, wo die Wohnungsnot am größten ist, stehen relativ weniger Häuser leer. Das macht das Problem noch komplizierter.

Die Regierung sucht unterdessen nach Lösungen. Gemeinden können beispielsweise Eigentümern von langjährig leerstehenden Wohnungen eine höhere Grundsteuer auferlegen. Diese Steuer kann bis zu 150 Prozent zusätzlich betragen. Darüber hinaus werden Subventionen für Renovierungen oder Garantien für Vermieter in Betracht gezogen, um sie zu motivieren, ihre Wohnungen zu vermieten.

Einige plädieren sogar für die Enteignung von Häusern, die seit Jahren leer stehen, aber das ist eine sehr umstrittene Maßnahme. Solange es keine klaren und verlässlichen Zahlen gibt, bleibt es jedoch schwierig, die Leerstände wirklich in den Griff zu bekommen. Ohne gute Informationen ist es fast unmöglich, die Wohnungskrise wirksam zu bekämpfen.

Quelle: Agenturen