Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest ausgesprochen. Seiner Meinung nach ist es inakzeptabel, dass Russland wegen des Krieges in der Ukraine ausgeschlossen wurde, während Israel trotz der Militäraktionen im Gazastreifen teilnehmen durfte. „Es darf keine Doppelmoral geben, wenn es um Menschenrechte und internationale Regeln geht“, sagte Sánchez im spanischen Parlament.
Sánchez forderte die Europäische Union auf, konsequent zu sein, und verwies auf die humanitäre Krise im Gazastreifen. Er erklärte, die Gewalt gegen palästinensische Zivilisten überschreite die Grenzen der Selbstverteidigung bei weitem. Seine Worte kommen inmitten einer Welle der Kritik an der Zulassung Israels zum Song Contest.
Neben der politischen Diskussion sind auch Zweifel an der Fairness der Publikumsabstimmung während des Eurovision-Finales aufgekommen. Der spanische öffentlich-rechtliche Sender RTVE hat zusammen mit anderen europäischen Sendern wie dem VRT in Belgien die Europäische Rundfunkunion EBU gebeten, eine eingehende Untersuchung einzuleiten. Anlass dafür ist die Tatsache, dass das spanische Publikum Israel die volle Punktzahl von 12 Punkten gegeben hat – ein auffälliges Ergebnis, das bei vielen Zuschauern und Medien Fragen aufwirft.
RTVE bezeichnet das Ergebnis als „zumindest merkwürdig“, insbesondere angesichts der breiten Kritik an Israel und der zahlreichen Proteste rund um den Wettbewerb. Der Sender fragt sich, ob die Abstimmung fair verlaufen ist, und fordert die EBU auf, zu untersuchen, ob es technische Fehler oder andere Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Auch der belgische Sender VRT schließt sich dem an und hat Zweifel am Abstimmungssystem. Die VRT erklärte, dass sie, sollte keine Klarheit geschaffen werden, erwägt, 2026 nicht am Festival teilzunehmen.
In mehreren europäischen Städten, darunter Amsterdam und Dublin, fanden vor dem Finale Proteste gegen die Teilnahme Israels statt. Künstler und Menschenrechtsorganisationen riefen massiv zu einem Boykott oder Ausschluss auf. Dennoch ließ die EBU Israel teilnehmen, mit der Begründung, dass der Eurovision Song Contest ein unpolitisches Ereignis sei. Diese Erklärung stieß auf großen Widerstand, zumal Russland zuvor aus politischen Gründen ausgeschlossen worden war.
Sánchez ist nicht der einzige europäische Politiker, der sich zu Wort meldet. Auch Politiker aus Irland, Belgien und Norwegen haben ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Der Druck auf die EBU, ihre Entscheidung zu überdenken und die Abstimmung zu überprüfen, nimmt damit zu.
Quelle: Agenturen




