Am Strand von Punta Candor im südspanischen Rota wurde möglicherweise ein römischer Fischereikomplex freigelegt. Durch den heftigen Sturm, darunter Sturm Leonardo, der viel Sand wegspülte, kam eine jahrhundertealte rechteckige Struktur zum Vorschein. Experten vermuten aufgrund der Form und Lage, dass es sich um eine römische Fischverarbeitungsanlage handelt.
Die Form, Größe und Regelmäßigkeit der „Piletas”, wie die Becken lokal genannt werden, lassen kaum Zweifel daran, dass es sich um Menschenwerk und nicht um ein Naturphänomen handelt. „Einige Mauern weisen Spuren von Werkzeugen auf”, so der Naturforscher Andrés Barba, der den Fund dokumentierte und auf Video festhielt.
Die Bilder zeigen, wie das Meerwasser die Becken bei Flut füllt und später wieder teilweise freilegt. Dennoch müssen technische Analysen noch bestätigen, ob es sich um eine menschliche Konstruktion handelt oder nicht.
Historischen Karten aus dem Jahr 1871 zufolge wurde das Gebiet damals als „Playa de la Almadraba” bezeichnet, ein Hinweis auf den traditionellen Thunfischfang, der in der Region seit jeher betrieben wurde. Dies stützt die Theorie, dass der Ort einst als Fischverarbeitungszentrum diente. In Cádiz gibt es weitere solche Fundstätten, die oft mit der römischen Garum-Produktion in Verbindung stehen: einer fermentierten Fischsauce, die im Römischen Reich sehr beliebt war.
Die Strukturen in Rota ähneln stark denen der römischen Siedlung Baelo Claudia am berühmten Strand Bolonia in Tarifa, wo ähnliche Piletas gefunden wurden. Diese Becken, oft mit wasserdichtem Mörtel ausgekleidet, wurden verwendet, um Fisch in Salz zu konservieren und zu Garum zu verarbeiten.
Bislang gab es keine offiziellen archäologischen Maßnahmen. Die Gemeinde Rota oder die Junta de Andalucía müssen zunächst entscheiden, ob der Komplex unter Denkmalschutz gestellt werden soll. In der Zwischenzeit bleibt er dem Meerwasser und neugierigen Besuchern ausgesetzt.
„Jeder Sturm kann irreparable Schäden verursachen”, warnt Barba in der Zeitung El Diario. Experten drängen daher auf schnelles Handeln, zumal die Vergangenheit nun buchstäblich ans Licht kommt.
Quelle: Agenturen





