Wer gelegentlich an einem Padelplatz vorbeigeht, sieht vor allem Sport und Spaß. Doch wenn man genauer hinschaut, fällt etwas anderes auf. Hin und wieder liegt ein Vogel leblos auf dem Boden. Das ist kein Zufall. Es handelt sich um ein Problem, das schon länger besteht, das nun aber mehr Aufmerksamkeit erhält.
In immer mehr Teilen von Spanien wächst die Sorge um Padelplätze mit Glaswänden. Für Vögel sind diese transparenten Wände nahezu unsichtbar. Sie sehen Luft, Bäume oder offene Flächen darin reflektiert und fliegen direkt dagegen. Das Ergebnis lässt sich erahnen. Laut Naturschützern handelt es sich nicht um vereinzelte Vorfälle, sondern um Zahlen in die Tausende.
Das Problem besteht schon länger, erhält nun aber dank Meldungen von Anwohnern und Umweltgruppen mehr Aufmerksamkeit. Aus einer Studie, über die die Zeitung elDiario berichtet, geht hervor, dass diese Kollisionen keine Ausnahme sind. Im Gegenteil, es scheint sich um ein strukturelles Problem zu handeln. Vor allem in Grünzonen oder am Rande von Städten, wo viele Vögel leben, stellen die Glaskonstruktionen eine tödliche Falle dar.
Was die Sache besonders bitter macht, ist, dass die Ursache so einfach ist. Vögel erkennen Glas nicht als Hindernis. Reflexionen von Bäumen oder dem Himmel machen es sogar noch irreführender. Und da Padelplätze oft beleuchtet sind und mitten in offenen Gebieten stehen, ziehen sie zudem noch zusätzliche Tiere an.
Es gibt jedoch Lösungen, sagen Experten. Man denke beispielsweise an Markierungen auf dem Glas, wie Punkte oder Muster, durch die Vögel die Oberfläche erkennen können. Auch Milchglas oder Netze können helfen. Dennoch werden diese Maßnahmen noch lange nicht überall umgesetzt. Das hängt zum Teil mit den Kosten zusammen, aber auch mit fehlenden Vorschriften.
Inzwischen wächst der Druck, etwas zu ändern. Umweltorganisationen plädieren für klare Vorschriften beim Bau neuer Padelplätze und für Anpassungen an bestehenden Standorten. Denn solange nichts geschieht, steigt die Zahl der Opfer weiter an.
Padel ist in Spanien äußerst beliebt und die Zahl der Plätze steigt weiter an. Doch hinter dieser Erfolgsgeschichte verbirgt sich ein weniger sichtbares Problem. Eines, das man erst wahrnimmt, wenn man buchstäblich auf den Boden schaut.
Quelle: Agenturen





