Verkauf von Hotels auf den Balearen an Investmentfonds wird sich voraussichtlich verdreifachen

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Der Zusammenbruch des Tourismus und die daraus resultierenden Liquiditätsschwierigkeiten der Hotels führen dazu, dass immer mehr Hotels zum Verkauf angeboten werden. Anfang Mai wurde deutlich, dass die Krise dazu führt, dass Hotels auf den Markt kommen und die Preise drastisch gesenkt werden.

Vor etwa neun Monaten lagen die Preise pro Zimmer je nach Hotelklassifizierung und Lage auf den Balearen in der Regel zwischen 200.000 und 400.000 Euro. Heute liegen sie zwischen 100.000 und 150.000 Euro.

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Investmentfonds sind die aktivsten Käufer, und ihrer Ansicht nach neigten die Hoteliers auf den Balearen dazu, den Wert ihrer Immobilien zu überhöhen. Die aktuelle Situation hat zu einer “Normalisierung” des Wertes geführt, und es ist davon auszugehen, dass es in diesem Herbst eine hohe Kaufaktivität bei Hotels geben wird.

Gegenwärtig gibt es etwa achtzig Hotels, die sich in der Hand von Investmentfonds befinden. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl im Laufe des restlichen Jahres 2020 und im Laufe des Jahres 2021 verdreifachen wird. Die Preise werden viel niedriger sein als in der Vergangenheit, da die Hoteliers die Preise senken müssen, um ihre eigene Rentabilität zu erhalten.

Zu den Investitionsfonds ist anzumerken, dass sie häufig wichtige strategische Partner für Hotelgruppen sind. Sie bieten den Banken alternative Finanzierungsmöglichkeiten und verfügen über Abteilungen, die sich in der Hotel- und Tourismusbranche bestens auskennen.

Das Immobiliendienstleistungsunternehmen Cushman & Wakefield rechnet vor, dass die großen Investmentfonds, z.B. Hotel Investment Partners und KKR, zusammen etwa 40.000 Millionen Euro für spanische Immobilieninvestitionen (nicht nur Hotels) zur Verfügung haben. Der jüngste “Investoren”-Bericht von Cushman & Wakefield weist darauf hin, dass zwei Drittel der Investmentfonds eine allgemeine Erholung und die Rückkehr zu normalen Aktivitäten in den nächsten achtzehn Monaten voraussagen. Rund die Hälfte der Fonds ändert ihre Anlagestrategie infolge der Krise nicht.

Außerhalb der Balearen stellt sich die Situation für die Hoteliers der Inseln nicht anders dar. Kuba, die Dominikanische Republik, Jamaika und Mexiko sind die wichtigsten Zentren ihrer Tätigkeit, wobei jedes Land in unterschiedlichem Ausmass von dem Virus betroffen ist – Mexiko ist besonders hart getroffen worden.

Ähnlich verhält es sich daher mit den Investitionsfonds, während die Entwicklung neuer Hotelkomplexe entweder vorerst auf Eis gelegt oder eingestellt wurde. Dies ist vor allem in Punta Cano (Dominikanische Republik) der Fall. In Kuba stellt sich die Situation anders dar, da die Regierung Eigentümerin der Hotelkomplexe bleibt.