Verlassene Dörfer in Spanien – fast jedenfalls

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In Spanien gibt es immer noch Dörfer, in denen man buchstäblich der einzige Einwohner ist. Eine neue interaktive Karte gibt Aufschluss darüber, welche Gemeinden nur noch einen einzigen Einwohner zählen, und zeigt, wie stark die Abwanderung in bestimmten Regionen des Landes geworden ist. Die Karte basiert auf aktuellen Informationen des spanischen Statistikamtes und zeigt ein bemerkenswertes Phänomen: fast 1.800 Dörfer, die praktisch verschwunden sind, aber dank der Anwesenheit von nur einem Einwohner offiziell noch existieren. In diesen Dörfern gibt es oft noch ein Rathaus und manchmal sogar einen registrierten Bürgermeister, aber ansonsten herrscht dort kaum noch Leben.

Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist Illán de Vacas in der Provinz Toledo. Dieses Dorf gilt seit Jahren als das am dünnsten besiedelte Dorf Spaniens, wobei aktuelle Zahlen belegen, dass es manchmal nur ein oder zwei Einwohner zählt.

Die Karte zeigt, dass dies kein Einzelfall ist. Verteilt über Regionen wie Castilla-La Mancha, Castilla y León und Aragón gibt es mehrere Dörfer mit einer besonders geringen Einwohnerzahl.

Lugo ist die Provinz mit der höchsten Anzahl an Alleinlebenden, nämlich 563 Personen. A Coruña folgt mit großem Abstand mit 353 Alleinlebenden, während Asturien mit 337 den dritten Platz einnimmt. In Galicien leben sogar 60 Prozent aller Einpersonenhaushalte Spaniens, was 1.129 Menschen entspricht. Nach Galicien und Asturien hat Kastilien-León die größte Gruppe von Alleinlebenden mit 237 Personen, von denen die Hälfte in der Provinz León ansässig ist. Bestimmte Gemeinden haben seit Jahren Schwierigkeiten, ihre Einwohnerzahl aufrechtzuerhalten, was darauf hindeutet, dass sie vom Verschwinden bedroht sind.

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Laut einem Artikel der spanischen Zeitung elPeriódico ist das Problem dieses Rückgangs seit Jahrzehnten unverändert. Junge Menschen ziehen in die Stadt, um dort zu arbeiten, zu studieren und bessere Einrichtungen zu nutzen. Zurück bleiben vor allem ältere Einwohner, und wenn diese wegziehen oder sterben, bleibt manchmal nur noch eine einzige Person übrig.

Das Leben in einem solchen Dorf ist einzigartig. Es gibt keine Geschäfte oder Cafés, und meist fehlen auch die grundlegenden Einrichtungen. Für Einkäufe oder medizinische Hilfe muss man kilometerweit fahren. Das Leben hier ist ruhig und abgeschieden, was für viele schwer zu verstehen ist.

Dennoch bemüht sich Spanien, diesen Trend umzukehren. Es wurden verschiedene Initiativen ins Leben gerufen, um neue Bewohner anzuziehen, wie zum Beispiel das Angebot von erschwinglichem Wohnraum oder finanzielle Vorteile. Dennoch schreitet die Abwanderung in vielen Regionen weiter voran, wodurch die Liste der fast verlassenen Dörfer immer länger wird.

Während Städte weiter wachsen, verlieren manche Dörfer allmählich ihre Existenz. In einigen Fällen bleibt nur noch ein einziger Einwohner übrig, der dem Dorf neues Leben einhaucht.

Quelle: Agenturen