Verletzungen beim Wellenreiten

Lesedauer des Artikels: 5 Minuten -

Betrachtet man die Entwicklung des Wellenreitsports in Europa, so ist in den letzten zehn Jahren ein deutlicher Anstieg der Anzahl von Surfern zu beobachten. Nach Schätzungen des Deutschen Wellenreiterverbandes liegt die Zahl der Surfer allein in der Bundesrepublik bei mittlerweile ca. 30.000.

Mit der „Großfamilien“-Sportart dem Stand-up-Surfing ist eine neue Bewegungsform auf dem Wasser für Groß und Klein zu den anderen Wassersportarten hinzugekommen. Und gerade bei der zunehmenden Entmystifizierung des Wellenreitens, als nicht erstgenommener Hippiesport, und der starken Tendenz der Ausweitung des Wasssersportarten auch als Familien und Rehabilitationssport stellt sich selbstverständlich auch die Frage nach dem Verletzungspotential.

Bei repräsentativer Untersuchung wurden Wellenreiter verschiedenen Nationen und unterschiedlicher Leistungsstufe nach ihren Verletzungen befragt. Dabei fand sich mit einer Quote von Verletzungsanzahl pro 1000 Stunden doch ein relativ niedriger Wert von nur 0,41. Meist waren zum Zeitpunkt der Verletzung 21,1 % der betroffenen Surfer Anfänger, 52,8 % waren Fortgeschrittene und 26,1 % waren Könner.

Das durchschnittliche Alter der erfassten Verletzten betrug 27,8 Jahre und die Verletzten surften im Durchschnitt schon seit 8,4 Jahren. Dabei hatten die männlichen Surfer meist mehr Erfahrung als die weiblichen Surfer, verletzen sich aber auch häufiger. Die gestandenen Wellenreiter standen pro Jahr an durchschnittlich 72,5 Tagen und mit 4,1 Stunden dabei auf dem Surfboard. Der Großteil der Surfer lernt das Wellenreiten selbstständig, einige unter Anleitung und wenige sogar unter einer professionellen Anleitung in einem Kurs.“

Bei den meisten Wassersportler ist das Aufwärmen zur Vorbereitung, oder ein sportartenspezifisches Extratraining meist leider ein Fremdwort und sollte gerade zu Verletzungsprophylaxe immer integriert sein “, so Sportmediziner Doktor Marco Seita von MediSport-Mallorca.

Der Konsum von Alkohol und Drogen spielte mit 1,3 % als Verletzung keine wesentliche Rolle. Am häufigsten von akuten Verletzungen betroffen waren die unteren Extremitäten (44,6 %) und der Kopf (27,8 %), gefolgt vom Rumpf (14,8 %) und den oberen Extremitäten (12,2 %). Der Fuß war dabei die mit Abstand am häufigsten verletzte Einzellokalisation. Im Hinblick auf die erlittenen Verletzungsarten dominierten die Schnittverletzungen deutlich, gefolgt von Kontusionen, Zerrungen und auch wenigen Frakturen.

Der allergrößte Teil der Wellenreiter surfte zum Unfallzeitpunkt mit Fußleine (Leash). Die Verletzungen gingen in den meisten Fällen auf eine Kollision mit dem eigenen Surfboard (52,4 %) oder dem Untergrund (15,5 %) zurück. Die Finne verursachte mit insgesamt 51,1 % aller auf das Surfboard bezogenen Verletzungen und war damit häufigste Verletzungsquelle.

Aber auch die Überforderung durch äußere Bedingungen – z.B. durch zu hohe Wellen – war der am häufigsten genannte Verletzungsgrund, gefolgt von Leichtsinn, Selbstüberschätzung, Übermut und Fehleinschätzung. Ein großer Teil der akuten Verletzungen ließe sich wohl durch die konsequente Nutzung von Sicherheitsfinnen und sog. ´Noseguards`, sowie das Tragen von Neoprenschuhen und Helmen verhindern.

Ein gezieltes Marketing durch Industrie und Profisport ist hier sicher langfristig nötig, um das Image solchen Sicherheitsequipments zu verbessern und damit zu einer breiteren Nutzung unter den Surfern beizutragen. Es lässt sich also zusammenfassend feststellen, dass Wellenreiten weiterhin als eine sehr risikoarme und schöne abwechslungsreiche naturverbundene Sportart gelten kann. Auch fallen Surfverletzungen im Vergleich mit anderen Sportarten doch sehr gering aus und das Risikopotential lässt sich wohl mit der weiteren Optimierung von Material, körperlichen Vorbereitung und insbesondere durch gezielten Erwerb von Kenntnissen der Surfreviers / Situation erheblich reduzieren. Den mit doch relativ einfachen Mitteln könnte es zu einer erheblichen und weiteren signifikanten Reduktion der Verletzungen kommen.

Ob diese sinnvollen Maßnahmen allerdings eine weite Akzeptanz finden, bleibt abzuwarten und ist im Sinne dieser schönen umweltfreundlichen und Natur verbundenen Sportart allgemeinen zu erhoffen
Viel Spaß auch auf Mallorca
Ihr SportDOC Marco Seita

Autor:
Über Dr. Marco Seita
Der Arzt auf Mallorca für Ihre medizinischen Fragen und Probleme. Der Orthopäde & Sportmediziner, Facharzt Dr. Marco Seita, ist der Spezialist in Sachen Gesundheit auf Mallorca. Er deckt mit seinem eng kooperierenden Spezialisten im Praxisteam das gesamte Spektrum der Orthopädie auf Mallorca ab. Neben einem weiten Angebot konservativen Anwendungsverfahren steht auch eine Vielzahl modernster operativer Möglichkeiten auf höchstes medizinisches Niveau zur Verfügung.

MarcoSeita
Ihr Sportmediziner und Orthopäde/Traumatologe auf Mallorca und Radfahrer Doktor Marco SEITA im Institut MediSport-Mallorca