Verstaatlichung von 12 Autobahnen in Spanien

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Die spanische Regierung hat kürzlich den Entschluss gefasst und eine groß angelegte Aktion gestartet: Zwölf wichtige Autobahnen werden wieder vollständig unter staatliche Verwaltung gestellt. Dieser Plan zielt darauf ab, die lebenswichtige Infrastruktur des Landes wieder in öffentliche Hände zu bringen, aber wie man sich vorstellen kann, geht das nicht ohne Widerstand. Die kommerziellen Betreiber, die derzeit noch das Sagen haben, sind nämlich wütend und drohen sofort mit schwerwiegenden rechtlichen Schritten, um diese Verstaatlichung zu verhindern.

Es handelt sich um umfangreiche Straßenabschnitte, wie Teile der AP-68 zwischen Bilbao und Zaragoza sowie die A-1 auf der Strecke von Santo Tomé del Puerto nach Burgos. Auch viele Kilometer der A-2, die Madrid mit Orten wie Guadalajara, Soria und Calatayud verbindet, gehen wieder in den Besitz des Staates über. Darüber hinaus fallen Strecken der A-3 und A-31 in Richtung der Küste bei Alicante und Albacete unter den Plan, ebenso wie Teile der A-4, die die Hauptstadt mit dem südlichen Jaén verbindet.

Viele der aktuellen Verträge für diese Straßen laufen aus oder sind bereits abgelaufen. Anstatt erneut einen Vertrag mit privaten Unternehmen für die kommenden Jahrzehnte abzuschließen, entscheidet sich die Regierung nun dafür, das Ruder wieder selbst in die Hand zu nehmen.

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Die privaten Giganten, die bisher über diese Strecken herrschten, lassen das natürlich nicht einfach so geschehen. Sie halten die Art und Weise, wie der Staat die Regie wieder an sich reißt, für geradezu unfair und sprechen von enormen finanziellen Verlusten, die sie nicht einfach so hinnehmen wollen. Verschiedene Konzessionsinhaber sind daher bereits eifrig mit ihren Anwälten damit beschäftigt, Klagen gegen den spanischen Staat vorzubereiten.

Trotz all dieser rechtlichen Drohungen bleibt die Regierung in Madrid hart. Sie betont, dass die Verstaatlichung ordnungsgemäß nach den gesetzlichen Vorschriften verläuft. Außerdem verweist sie auf frühere Projekte, bei denen der Übergang in den öffentlichen Sektor reibungslos verlief, ohne dass die Reisenden davon etwas mitbekamen. Für die Regierung steht das Ziel fest: Sie strebt eine Verwaltung an, die wesentlich transparenter und stabiler ist als die derzeitige zersplitterte Situation mit all den privaten Akteuren.

Für den durchschnittlichen Autofahrer, der täglich auf diesen Straßen unterwegs ist, ändert sich kurzfristig kaum etwas. Die Autobahnen bleiben einfach offen, und man wird während der Fahrt wahrscheinlich gar nichts davon bemerken. Langfristig hofft der Staat, dass diese öffentliche Verwaltung den Weg für einen besseren Service und wer weiß, vielleicht sogar niedrigere Mautpreise ebnet. Aber gut, Letzteres ist vorerst noch ein schönes Versprechen, das sich in der Praxis erst noch bewähren muss.

Quelle: Agenturen