Hast du dir eigentlich schon einmal überlegt, wie Spanien aussehen würde, wenn es überhaupt keine Einwanderung gäbe? Es mag wie ein rein theoretisches Gedankenexperiment erscheinen, aber in Wirklichkeit wären die Folgen in deinem eigenen Alltag unmittelbar spürbar. Tatsächlich würde sich das Land in fast jeder erdenklichen Hinsicht im Vergleich zu dem Spanien, das wir heute kennen, bis zur Unkenntlichkeit verändern.
Wenn wir die Uhr um etwa dreißig Jahre zurückdrehen und die gesamte Einwanderung aus der Geschichte streichen würden, hätte Spanien heute Millionen Einwohner weniger. Die Bevölkerung wäre schlichtweg geschrumpft. Das hängt ganz damit zusammen, dass in Spanien schon seit Jahrzehnten sehr wenige Kinder geboren werden, während wir alle immer älter werden. Ohne den Zustrom von Menschen von außen würde diese demografische Lücke nur noch größer und tiefer werden.
Die auffälligste Veränderung wäre die enorme Überalterung. Spanien würde sich in Rekordzeit in ein Land der Senioren verwandeln, mit viel zu wenigen jungen Menschen, um die Last zu tragen. Es gäbe schlichtweg nicht genug Erwerbstätige, um die Pflege und die Renten für all diese älteren Menschen zu finanzieren. Das setzt die gesamte Gesellschaft unter enormen Druck. Denn wer wird letztendlich die Rechnung bezahlen, wenn der Pool an Erwerbstätigen immer weiter versiegt?
Nicht nur die Zahlen, sondern auch das Straßenbild würde sich drastisch verändern. Man würde viel häufiger vor verschlossenen Türen seiner Lieblingsbar oder seines Lieblingsrestaurants stehen, und auch im Gesundheitswesen wäre der Personalmangel dramatisch. Viele Branchen, auf die wir uns täglich verlassen, sind derzeit auf den Einsatz ausländischer Arbeitskräfte angewiesen. Man denke nur an das Gastgewerbe, die schwere Arbeit in der Landwirtschaft oder die unverzichtbare Hilfe im Gesundheitswesen. Ohne sie würden Stellenangebote massenhaft unbesetzt bleiben und viele vertraute Dienstleistungen einfach aus der Gesellschaft verschwinden.
Auch finanziell wäre der Schlag hart. Einwanderer sind nicht nur Konsumenten, sondern auch wichtige Steuerzahler, die zu den Sozialabgaben beitragen. Ohne diese dringend benötigten Einnahmen wird es für die spanische Regierung zu einem fast unlösbaren Rätsel, alle öffentlichen Einrichtungen weiterhin zu finanzieren. Während die Kosten für die alternde Bevölkerung geradezu explodieren, würden sich die Staatskassen ohne diese Beiträge viel schneller leeren, was die gesamte Wirtschaft ins Wanken bringt.
Was hier in Spanien auffällt, ist, dass die Dynamik auf der Straße genau diese Mischung der Kulturen braucht, um wirklich lebendig zu bleiben und sich zu erneuern. Etwas, das wir in dieser Diskussion oft vergessen, ist, dass die Einwanderung Spanien um einiges bunter und internationaler gemacht hat.
Und dabei sprechen wir nicht nur von Menschen aus fernen Ländern; auch Tausende von Europäern, darunter viele Deutsche, haben hier ihr Zuhause gefunden. Sie bringen nicht nur ihre eigenen Traditionen und Gewohnheiten mit, sondern sorgen mit ihrem Unternehmergeist und ihrem anderen Lebensstil auch für einen enormen Schub an Lebendigkeit in den Städten und Dörfern.
Rechnet man alles zusammen, bleibt von einem Spanien ohne Einwanderer ein viel kleineres, älteres und weniger dynamisches Land übrig. Das zeigt ganz deutlich, dass Migration viel mehr ist als nur ein politisches Gesprächsthema; sie ist zu einer tragenden Säule geworden, auf der das moderne Spanien jeden Tag funktioniert und überlebt.
Quelle: Agenturen





