Die Automobilbranche, der Wein- und der Olivenölsektor werden die größten Nutznießer des Freihandelsabkommens sein, das am Dienstag (27.01.2026) zwischen der Europäischen Union und Indien unterzeichnet wurde und das die Zollschranken mit Zöllen, die in einigen Fällen bisher bis zu 150 % betrugen, beseitigen wird.
Laut den nach dem Gipfel veröffentlichten technischen Dokumenten werden durch das Abkommen die Zölle auf 96,6 % der europäischen Exporte abgeschafft, wodurch sich Europa ein Markt mit mehr als 1,4 Milliarden Verbrauchern öffnet, der bisher sehr protektionistische Maßnahmen anwandte.
Derzeit belegt Neu-Delhi europäische Fertigfahrzeuge mit einem prohibitiv hohen Zollsatz von 110 %, aber mit dem neuen Abkommen wird dieser Satz schrittweise auf 10 % für ein Kontingent von 250.000 Einheiten pro Jahr sinken.
Darüber hinaus werden die Zölle für Ersatzteile und Komponenten innerhalb von fünf bis zehn Jahren vollständig abgeschafft. Für Maschinen wird der Zollsatz von 44 % auf 0 % gesenkt, für den Chemiesektor entfallen die Zölle von 22 % und für pharmazeutische Produkte wird der derzeitige Zollsatz von 11 % abgeschafft.
Obwohl das Abkommen den Großteil des indischen Agrarsektors weiterhin schützt, ist es Brüssel gelungen, eine Öffnung für Produkte mit hoher Wertschöpfung und verarbeitete Produkte zu erreichen, deren Verkauf aufgrund ihrer Kosten bisher fast unmöglich war.
Wein, der bisher mit 150 % besteuert wurde, wird im Premium-Segment auf 20 % und im mittleren Segment auf 30 % gesenkt. Olivenöl, das für die Exporte Südeuropas von entscheidender Bedeutung ist, wird innerhalb von fünf Jahren von 45 % auf null Zoll gesenkt. Auch die 50-prozentigen Zölle auf verarbeitete Lebensmittel wie Nudeln, Kekse und Backwaren werden abgeschafft.
Trotz der Öffnung hat Brüssel strenge Schutzmaßnahmen ausgehandelt, um die eigenen Produzenten in den Sektoren, in denen die indische Konkurrenz unlauter sein könnte, nicht zu schädigen. „Aus diesem Grund werden die Zölle auf die sensibelsten Produkte wie Rindfleisch, Zucker, Ethanol, Reis und Geflügel beibehalten”, versicherte Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen in einer Erklärung.
Außerdem wollte der Kommissar die Verbraucher hinsichtlich der Qualität der Produkte beruhigen, die aus dem asiatischen Riesenreich nach Europa gelangen. „Alle indischen Importe müssen weiterhin den strengen Gesundheits- und Lebensmittelsicherheitsstandards der EU entsprechen”, stellte Hansen in den dem Abkommen beigefügten Dokumenten klar.
Quelle: Agenturen





