Die Provinzen Cuenca in Kastilien-La Mancha und Teruel in Aragonien befinden sich in einer langjährigen territorialen Kontroverse, die seit Ende des 19. Jahrhundert andauert. Dabei geht es um die Eigentumsrechte an 2.000 Hektar Waldland, den so genannten Montes de Veguillas del Tajo. Ein kürzlich ergangenes Urteil der spanischen Regierung zu Gunsten von Teruel könnte diesen historischen Streit möglicherweise beenden.
Das strittige Gebiet betrifft die öffentlichen Berge von Veguillas del Tajo und ein Gebiet, das als Entredicho bekannt ist. Diese beiden Gebiete sind seit mehr als einem Jahrhundert eine Quelle des Konflikts zwischen den Provinzen Cuenca und Teruel.
Vor 1897 wurde der Wald von Veguillas del Tajo als Teil einer Schenkung von König Alfons VIII. an die Stadt Cuenca aus dem 12. Die Grenze dieser Schenkung verlief entlang des Flusses Tajo, der traditionell als Trennlinie zwischen den historischen Königreichen Kastilien und Aragonien galt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die Spannungen zu eskalieren, vor allem unter dem Einfluss der „desamortizaciones“, der Zeit der Enteignung und Neuverteilung des Landbesitzes in Spanien. Diese Veränderungen führten zu unterschiedlichen Auslegungen der bestehenden Grenzen, was dazu führte, dass sowohl Cuenca als auch Albarracín (in Teruel) Ansprüche auf den Besitz des Gebiets erhoben.
Die Grenzstreitigkeiten haben ihren Ursprung im 19. Jahrhundert, als die modernen Provinzen eingeteilt wurden. Die Grenzen wurden oft durch natürliche Merkmale wie Flüsse und Berge definiert. Für Cuenca und Teruel gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen über die genaue Lage dieser Grenzen, was zu rechtlichen und politischen Streitigkeiten führt.
Kürzlich brachte eine Entscheidung des Ministeriums für politische, territoriale und demokratische Erinnerung etwas Klarheit in diese komplexe Frage. Nach einem am 12. August veröffentlichten Bericht des Instituto Geografico Nacional (IGN) ist Albarracín in der Provinz Teruel der Gewinner in diesem Kampf um die Berge.
Nach Angaben des Ministeriums liegt das Eigentum an den Bergen bei der Regierung von Aragón, und die Gemeindeverwaltung von Albarracín ist für die Verwaltung und Erhaltung des Gebiets zuständig. Diese Entscheidung hat in Cuenca große Empörung ausgelöst, da viele der Meinung sind, dass der Fluss Tajo die einzig gültige natürliche Grenze zwischen den beiden Provinzen darstellt.
Die lokalen Behörden sehen in der Entscheidung nicht nur einen Angriff auf ihre Rechte, sondern befürchten auch, dass sie zu Änderungen ihrer Gemeindegrenzen und sogar zur Autonomie der Gemeinschaft Kastilien-La Mancha führen könnte.
Der Berg von Veguillas del Tajo ist nicht nur ein schmerzhaftes Diskussionsthema, sondern auch ein Gebiet von herausragender natürlicher Schönheit und ökologischem Wert. Mit seinen üppigen Wäldern und einzigartigen geologischen Formationen zieht er Besucher an, die an Wanderungen, Naturerkundungen und Erholung interessiert sind.
Dieses Gebiet weist eine große biologische Vielfalt auf und beherbergt zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Von den Wäldern bis zu den Feldern hat jeder Teil von Veguillas sein eigenes Ökosystem, das gut verwaltet werden muss. Konflikte um Eigentumsrechte führen jedoch zu Unklarheiten bei der Bewirtschaftung und bedrohen die Artenvielfalt.
Neben seinem ökologischen Wert hat der Berg von Veguillas del Tajo auch eine reiche Geschichte. Überreste alter Strukturen und Wege zeugen von der Anwesenheit und Aktivität des Menschen in diesem Gebiet. Diese historischen Elemente machen ihn zu einem Ort von kulturellem Interesse und zu einer Quelle des Stolzes für die lokale Bevölkerung.
Diese kulturelle und historische Dimension verleiht dem Streit eine weitere Ebene, da sowohl Cuenca als auch Teruel versuchen, ihr Erbe für sich zu beanspruchen und zu schützen. Der Streit um die Berge ist also nicht nur eine juristische Angelegenheit, sondern hat auch tiefe Wurzeln in der Identität und Geschichte der Region.
Quelle: Agenturen





