Weniger Mülldeponien – Weniger Störche

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Die Zahl der Störche in Spanien ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten zurückgegangen. Laut der letzten nationalen Zählung gibt es derzeit etwa 31.000 Brutpaare, was einem Rückgang von etwa 7 Prozent gegenüber der letzten Zählung entspricht. Jahrelang wuchs die Population stark an, aber nun ist dieser Trend eindeutig zu Ende gegangen.

Die größten Konzentrationen von Störchen finden sich nach wie vor in Regionen wie Extremadura, Kastilien-León und Andalusien. Besonders Extremadura sticht mit Tausenden von Brutpaaren hervor, gefolgt von Provinzen wie Cáceres und Badajoz. Auch in Kastilien-León, insbesondere in Salamanca und Valladolid, wurden viele Nester gezählt. Dennoch ist gerade in einigen dieser traditionellen Hochburgen ein leichter Rückgang zu beobachten.

Die auffälligsten Rückgänge wurden in Gebieten gemessen, in denen in den letzten Jahren viele offene Mülldeponien geschlossen oder abgedeckt wurden. In Regionen, in denen früher große Mülldeponien lagen, wie beispielsweise rund um Madrid und in Teilen von Castilla-La Mancha, fanden Störche das ganze Jahr über Nahrung. Dadurch mussten viele Vögel im Winter nicht mehr nach Afrika ziehen.

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Aufgrund strengerer europäischer Umweltvorschriften sind viele dieser Deponien inzwischen verschwunden oder werden besser kontrolliert. Das ist positiv für die Natur und die Umwelt, bedeutet aber auch, dass Störche weniger leicht an Nahrung kommen. Vor allem in den Wintermonaten, wenn weniger Insekten und Kleintiere verfügbar sind, spüren sie diesen Unterschied.

Trotz des Rückgangs betonen Experten, dass die aktuelle Population immer noch viel höher ist als in den 1980er- und 1990er-Jahren. Damals gab es nur wenige tausend Brutpaare. Das spektakuläre Wachstum in den letzten Jahrzehnten hatte viel mit der Verfügbarkeit von menschlichen Abfällen als konstante Nahrungsquelle zu tun.

Neben dem Verschwinden von Mülldeponien spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Trockenheit, Veränderungen in der Landwirtschaft und extreme Wetterbedingungen beeinflussen das Nahrungsangebot. Weniger Wasser in Flüssen und Feuchtgebieten bedeutet weniger Amphibien und Insekten, was sich direkt auf den Bruterfolg auswirkt.

Biologen zufolge ist der Rückgang nicht unbedingt eine Katastrophe, sondern eher eine Anpassung an eine neue Situation. Störche sind flexible Vögel und können sich an veränderte Bedingungen anpassen. Die Frage ist nur, wie schnell dies geschieht und ob sich die Population stabilisiert oder weiter zurückgeht.

Quelle: Agenturen