In Spanien leben fast 800.000 Menschen mehr als eine Stunde Fahrt vom nächsten Krankenhaus entfernt. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Valencia hervor. Das sind etwa 2 Prozent der Bevölkerung, eine Zahl, die gering erscheint, aber in Notfällen große Auswirkungen haben kann.
Vor allem Menschen, die in ländlichen und dünn besiedelten Gebieten leben, sind davon betroffen. In diesen Regionen ist das Krankenhaus oft weit entfernt und die Straßen sind in schlechterem Zustand. Bei einem schweren Unfall oder einer plötzlichen Erkrankung kann diese zusätzliche Fahrzeit buchstäblich über Leben und Tod entscheiden.
Die Ungleichheit ist in Regionen wie Castilla-La Mancha, Castilla y León und Extremadura am größten. In diesen Gebieten lebt mehr als ein Drittel der Einwohner mehr als eine halbe Stunde Fahrtzeit von einem Krankenhaus entfernt. In einigen Provinzen wie Soria, Teruel, Cuenca und Guadalajara gibt es sogar Gebiete, in denen man länger als eine Stunde unterwegs ist.
In großen Städten ist die Situation hingegen viel besser. In der Region Madrid leben mehr als 90 Prozent der Menschen innerhalb von fünfzehn Minuten von einem Krankenhaus entfernt. Auch in Katalonien und im Baskenland sind Krankenhäuser für den Großteil der Bevölkerung schnell erreichbar. Das zeigt, wie groß der Unterschied zwischen Stadt und Land ist.
Obwohl mehr als 70 Prozent der spanischen Bevölkerung innerhalb von 15 Minuten ein Krankenhaus erreichen können, liegt mehr als ein Fünftel des spanischen Staatsgebiets mehr als eine Stunde entfernt. Das bedeutet, dass riesige Gebiete schlecht erreichbar sind, auch wenn dort relativ wenige Menschen leben.
Positiv ist, dass sich die Situation langsam verbessert. Seit 2010 ist der Anteil der Menschen, die mehr als eine Stunde fahren müssen, leicht zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass Investitionen in Gesundheitsversorgung und Infrastruktur Wirkung zeigen, auch wenn das Problem nach wie vor groß ist.
Die Forscher betonen, dass ihre Methode auch zur Messung der Erreichbarkeit anderer wichtiger Einrichtungen wie Schulen, öffentlicher Verkehrsmittel und Rettungsdienste verwendet werden kann. Auf diese Weise lässt sich besser erkennen, wo Spanien noch Handlungsbedarf hat.
Quelle: Agenturen





