Wenn gar nichts mehr richtig geht – moderne Schulter OP Verfahren

Lesedauer des Artikels: 5 Minuten -

Wiederkehrende Schmerzen in der Schulter besonders bei Bewegungen , aber auch nachts oft gepaart mit einer reduzierte Schultermobilität und auch Kraftverlust sind einige typische Hinweise auf eine folgenschwere Verletzung der Schulter.

Das eigentlich anatomisch unterdimensionierte Schultergelenk wird vorwiegend durch umgebende Bänder/Muskeln und Sehnen geführt. Eine der wichtigsten Stabilisatoren ist die sog. Rotatorennmanschette. Diese Muskel-Sehnenplatte umgibt die Schulter wie eine Art Haube von drei Seiten , zentriert diese und führt das Schultergelenk bei fast den meisten Bewegungen. Besonders Drehung des Armes und seitliches anheben werden dadurch erst funktionell möglich.

AEinblendung

Möglich Risse der sogenannten Rotatorennmanschette zählen zu den häufigsten Erkrankungen der Schulter und können zwar unfallbedingt sein , sind aber meistens doch Verschleiß-degenerativ- bedingte Veränderungen zu zuordnen. Überlastungen und sogenannte Mikrotraumen schädigen die Sehnen über Jahre und führen zu teilweise oder auch kompletten Einrissen mit entsprechenden Symptomen. Manchmal bleiben die Teilrisse lange weitgehend unbemerkt und der Kraftverlust/Bewegungsschmerz wird dabei meist aufs Alter geschoben und zunächst erst mal lange einfach mal so hingenommen.

Kleine Risse können funktionell meist noch gut kompensiert werden , sich aber auch zu größeren Rissen weiterentwickeln und dann zu einem kompletten Funktionsverlust gleich einer Lähmung-der sog. Pseudo-Paralyse- führen. Neben der fachspezifischen Funktionsuntersuchung helfen Ultraschall und Kernspintomografie zur Diagnosesicherheit. Die Therapie kann sicherlich zunächst sicher erst einmal primär ,und dann evtl. zeitlich begrenzt , konservativ ausgerichtet sein. Dabei wird immer aber das biologische Alter, der individuelle Aktivitätsanspruch ,die Krankengeschichte und insbesondere der akute klinische fachärztliche Befund letztendlich ausschlaggebend für die richtige Entscheidung zur Therapie sein.

Bei kompensierbaren Schmerzen, einer noch moderate akzeptable Beweglichkeit, einem erhöhtem OP-Risiko und der erschwerte Rehabilitation besonders bei älteren Patienten lassen apriori sicherlich konservative Maßnahmen ,wie schmerzstillende Verfahren/Physiotherapie und andere als Therapie der ersten Wahl zu. Jüngere und aktivere Patienten wird man doch eher und schneller zum operativen Eingriff raten, da eine Spontanheilung weitgehend auszuschließen ist und die Folgeerscheinungen früher und schwerwiegender einsetzen und dann langfristig auch weniger erfolgreich kompensierbar sind .

Auch spielt die Geduld und Einstellung des Patienten eine sehr wichtige Rolle in der langen Rehabilitationsphase bei Schulteroperationen dar und ist wichtig für jeden Operationserfolg. Die Rotatorennmanschette verkürzt sich zunehmend, degeneriert strukturell und kann funktionell auch nicht mehr komplett seine Aufgaben aufrecht erhalten. Der Gelenkkopf rutscht dann auch immer mehr gegen das Schulterdach und ein schmerzhaftes Impingment -Engpassyndrom wird ausbildet. Auch weitere unangenehme Folgeerscheinungen wie Schulterarthrose, weitere folgende Sehneneinrisse , muskuläre Dysbalancen im Hals-Schulter-Armbereich können sich einstellen.

Meist kann man die Versorgung der Rotatorennmanschette arthroskopisch mit einer Gelenksspiegelung behandeln. Bei diesem minimal invasiven Eingriff wird unter Sicht das sich unter dem Schulterdach darstellende OP Feld erweitert , die meist entzündete Schleimbeutelregion entfernt , irritierende Knochensporne entfernt, dann die Muskelverläufe mobilisiert und die Sehnenstümpfe mit Fäden an gezügelt und an die ursprüngliche Stelle am Knochen wieder refixiert.

Je nach der erforderliche Situation kommen unterschiedliche ausgefeilte Faden- und Ankersysteme dann erfolgreich zur Anwendungen. Bei Revisionsoperationen und einer extremen mechanischen-biologisch schlechten Situationen werden oft auch Muskelversatztechniken verwendet. Bei extrem chronischem Verlauf mit erfolglosen vorangegangen Rekonstruktionseingriffen, wird dann meist eine sogenannte inverse Schulterprothese als letzte Option verwendet.

Bei dieser künstlichem Gelenksprothese wird aus mechanischen Optimierungsgründen die Position der Gelenkpfanne und Gelenkkopfes ,als üblicherweise korrespondierende Anteile eines Gelenkes vertauscht. Um diesen Verlauf möglichst früh zu verhindern ,sollte rechtzeitig die richtige Diagnose zum richtigen Zeitpunkt gestellt werden und evtl. die möglichen Optionen einer konservativen Therapie optimiert einzuleiten und bei weiterem engmaschigem kritisch beobachteten Verlauf ,dann aber auch gegeben falls die Entscheidung zum operativen Eingriff zu treffen.

Autor:
Über Dr. Marco Seita
Der Arzt auf Mallorca für Ihre medizinischen Fragen und Probleme. Der Orthopäde & Sportmediziner, Facharzt Dr. Marco Seita, ist der Spezialist in Sachen Gesundheit auf Mallorca. Er deckt mit seinem eng kooperierenden Spezialisten im Praxisteam das gesamte Spektrum der Orthopädie bei MediSport-mallorca in Bendinat ab. Neben einem weiten Angebot konservativen Anwendungsverfahren steht auch eine Vielzahl modernster operativer Möglichkeiten auf höchstes medizinisches Niveau zur Verfügung.

MarcoSeita
Ihr Sportmediziner und Orthopäde/Traumatologe auf Mallorca und Radfahrer Doktor Marco SEITA im Institut MediSport-Mallorca

Find us on Google