Die Frage, wer für die Kosten der Strandreinigung aufkommt, ist auf den Balearen ein Dauerbrenner. Allein in diesem Jahr wurden bis Mitte November 365 Migrantenboote an die Küsten gespült. Die Entsorgung jedes einzelnen Bootes kostet rund 1.000 Euro, was die Regionalregierung mit einer Gesamtsumme von 365.000 Euro belastet. Palma fordert daher Unterstützung von der Zentralregierung in Madrid.
Die Zuständigkeiten sind komplex: Während der Grenzschutz und die Asylpolitik in den Verantwortungsbereich des spanischen Staates fallen, obliegt die unmittelbare Reinigung der Strände den regionalen und kommunalen Behörden. Dies führt dazu, dass die Kosten oft bei den ohnehin schon knappen Kassen der Gemeinden landen.
Die Balearenregierung kritisiert, dass Madrid zu wenig Hilfe leistet. Es geht aber nicht nur um die reinen Entsorgungskosten. Hinzu kommen die Belastungen durch Öl- und Treibstoffrückstände sowie die Beseitigung persönlicher Gegenstände, die von den Migranten zurückgelassen werden. Auch die städtischen Reinigungsdienste sind stark belastet.
Um das Problem zu lösen, sind verschiedene Maßnahmen denkbar: Ein zentraler Ausgleichsfonds, der von Staat und Region gemeinsam getragen wird, könnte die Gemeinden finanziell entlasten. Klare Protokolle und schnelle Abrechnungswege zwischen den verschiedenen Behörden würden die Prozesse beschleunigen. Präventions- und Überwachungsmaßnahmen könnten die Zahl der Überfahrten reduzieren. Und schließlich sind einheitliche Umweltstandards für die Beseitigung von Öl und anderen Schadstoffen notwendig, um langfristige Schäden an der Umwelt zu vermeiden.
Es braucht eine offene und ehrliche Debatte, die über Schuldzuweisungen hinausgeht. Nur so kann eine effiziente und transparente Verteilung der Verantwortung erreicht werden. Denn am Ende leiden vor allem die kleinen Küstenstädte, die Strandwirtschaft und die Menschen, die hier leben und arbeiten.
Quelle: Agenturen





