Wohnmobiltouristen müssen in Andorra Touristensteuer zahlen

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Der Bergstaat Andorra, der in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich liegt, nimmt Reisende in Wohnmobilen und Wohnwagen wirtschaftlich ins Visier und verlangt von ihnen die Eintragung in das Touristenregister. Das bedeutet, dass alle Reisenden ab 16 Jahren, die im Land übernachten, 1 Euro pro Nacht zahlen müssen.

Naturtourismus ist gefragt, das werden alle Reisenden mit Wohnmobilen in Spanien festgestellt haben. Der Naturtourismus hatte in Andorra bereits in den letzten zehn Jahren ein deutliches Wachstum erfahren, aber seit der Pandemie ist diese Form des Tourismus noch beliebter geworden.

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Dieser Zuwachs hat die Erwartungen der Tourismusdestinationen in den Bergen, einschließlich des Bergstaates Andorra, in Frage gestellt. Andorra empfängt jährlich mehr als 5 Millionen Besucher, was eine ziemliche Herausforderung darstellt, wenn man bedenkt, dass die Fläche von Andorra nur 468 km² beträgt, eine Größe, die mit der der Stadt Madrid oder dem Großraum Barcelona vergleichbar ist.

Mehr Tourismus bedeutet mehr Investitionen, weshalb die andorranische Regierung beschlossen hat, sich auf ein Segment des Tourismus zu konzentrieren, das sich bisher nicht bezahlt gemacht hat, nämlich Reisende in Wohnmobilen und Wohnwagen. Bislang galten die verfügbaren Übernachtungsplätze jedoch als Parkplätze und nicht als Touristenunterkünfte. Dem will die andorranische Regierung ein Ende setzen, indem sie diese Übernachtungsplätze mit anderen touristischen Unterkünften, wie z.B. Campingplätzen, gleichsetzt.

Deshalb hat die andorranische Regierung Verordnungen zur Umsetzung des „Ley de Alojamientos Turísticos“ erlassen. Darin ist festgelegt, dass alle Reisenden, die mit ihrem Wohnwagen oder Wohnmobil auf einem der Wohnmobilstellplätze übernachten, sich anmelden und für jeden Reisenden über 16 Jahre 1 Euro pro Nacht bezahlen müssen.

Die neuen Vorschriften sehen jedoch vor, dass das Parken auf Wohnmobilstellplätzen auf die Tageszeit zwischen 7 und 23 Uhr beschränkt ist. Das bedeutet, dass alle Wohnmobilbesitzer verpflichtet sind, zum Übernachten einen Wohnmobilstellplatz zu benutzen. Außerdem ist die maximale Aufenthaltsdauer auf diesen Plätzen auf 48 Stunden begrenzt, um den Zustrom von Reisenden zu fördern.

Das Hauptproblem besteht jedoch darin, dass nach der neuen Regelung die Plätze, die in den letzten Jahren von den verschiedenen Gemeinden Andorras als Wohnmobilstellplätze ausgewiesen wurden, als Wohnmobilstellplätze gelten. Das bedeutet, dass man dort nicht mehr übernachten darf.

Nach Auskunft des andorranischen Fremdenverkehrsamtes sind diese Änderungen noch nicht umgesetzt worden. Auf den meisten Wohnmobilstellplätzen ist das Übernachten nach wie vor erlaubt, allerdings nur für maximal 48 Stunden.

Quelle: Agenturen