Im Baskenland gibt es einen auffälligen Plan, um den Wohnungsmangel zu beheben, ohne zusätzliche Baulandflächen zu nutzen. Die Regionalregierung will neue Wohnungen auf bestehenden Gebäuden bauen, die sich bereits in öffentlicher Hand befinden. So entstehen neue Wohnungen, ohne dass zusätzliches Land benötigt wird.
Der erste Plan umfasst sechs Projekte, bei denen insgesamt 189 kleine Mietwohnungen auf den Dächern von 65 bestehenden Gebäuden gebaut werden sollen. Dabei handelt es sich vor allem um Gebäude mit Sozialwohnungen. Durch den Bau von ein oder zwei zusätzlichen Stockwerken auf den Dächern entsteht neuer Wohnraum in Städten, die bereits dicht bebaut sind.
Die neuen Wohnungen werden aus leichten Fertigmodulen aus Holz oder Metall gebaut. Das macht den Bau schneller, kostengünstiger und umweltfreundlicher. Außerdem muss der bestehende Stadtentwicklungsplan nicht geändert werden und die maximale Bebauungsdichte bleibt offiziell unverändert.
Die ersten Projekte entstehen in Bilbao, Vitoria, Leioa, Mutriku und Arrasate Mondragón. Wenn alles nach Plan verläuft, beginnen die Bauarbeiten im Jahr 2028 und dauern etwa anderthalb Jahre. Die ersten Bewohner könnten ihre Schlüssel etwa 2029 oder Anfang 2030 erhalten.
Alle neuen Wohnungen sind für junge Menschen bestimmt. Die baskische Regierung möchte damit vor allem jungen Menschen helfen, unabhängig zu wohnen. Der derzeitige Bestand an solchen temporären und erschwinglichen Mietwohnungen soll sich letztendlich auf etwa 2.000 Wohnungen verdreifachen.
Dieser Plan ist Teil einer umfassenderen Wohnungspolitik in der Region. Dabei wird auch auf die Renovierung von 7.000 Mietwohnungen, den Umbau leerstehender Ladenlokale zu Wohnungen und die Aktivierung leerstehender Häuser gesetzt. Darüber hinaus will die Regierung die Mieten in Gebieten regulieren, in denen der Wohnungsmarkt stark unter Druck steht.
Laut dem regionalen Minister für Wohnungswesen ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Städte verdichtet werden können, ohne neue Flächen zu beanspruchen. Wenn die Pilotprojekte erfolgreich sind, kann dieses System später in größerem Maßstab angewendet werden.
Quelle: Agenturen



