Der Gemeinderat von Esporles auf Mallorca hat eine Initiative gestartet, um ein Register für brachliegende Grundstücke und sanierungsbedürftige Häuser zu erstellen. Dieses Vorhaben zielt darauf ab, Möglichkeiten für die Schaffung von bezahlbarem und sozialem Wohnraum zu identifizieren.
Es wird untersucht, ob es sich um eine wirksame Maßnahme zur Entlastung des Wohnungsmarktes handelt oder lediglich um eine symbolische Geste. Die Analyse berücksichtigt sowohl die Chancen als auch die Risiken, die mit diesem Ansatz verbunden sind.
Die Gemeinde Esporles beabsichtigt, ein öffentliches Verzeichnis von ungenutzten Grundstücken und renovierungsbedürftigen Gebäuden anzulegen. Dies soll als Grundlage dienen, um diese Ressourcen einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Eine der in Erwägung gezogenen Maßnahmen ist die Enteignung von Grundstücken, falls dies notwendig erscheint, um sozialen Wohnraum zu schaffen. Parallel dazu wird geprüft, ob Esporles als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft werden kann. Ein ähnlicher Schritt wird auch in Pollença erwogen.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass solche Register allein kaum Wirkung zeigen, wenn nicht gleichzeitig klare zeitliche Ziele, Budgetpläne und ausreichend Personalressourcen bereitgestellt werden. Ohne verbindliche Fristen besteht die Gefahr, dass die Initiative im Sande verläuft, ähnlich wie bei anderen Projekten auf Mallorca, bei denen Absichtserklärungen zwar vorhanden sind, die Umsetzung jedoch auf sich warten lässt. Enteignungen sind zwar rechtlich möglich, aber oft mit hohen Kosten, langwierigen Verfahren und politischen Kontroversen verbunden. Zudem lösen sie das Problem nicht automatisch, wenn nach der Enteignung keine bezahlbaren Wohnungen entstehen.
Ein wesentlicher Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommt, ist die konkrete Bedarfsanalyse für Sozialwohnungen und die Frage der Finanzierung. Es fehlt eine klare Strategie, die über die bloße Erfassung von Grundstücken hinausgeht und einen detaillierten Finanzierungs- und Bauplan beinhaltet. Ebenso wenig wird thematisiert, wie die Gemeinde mit Eigentümern umgehen will, die beispielsweise aufgrund ihres Alters nicht in der Lage sind, Sanierungen durchzuführen, oder mit Investoren, die Immobilien bewusst leer stehen lassen. Ohne entsprechende soziale Unterstützungsangebote für lokale Eigentümer bleibt die Maßnahme unvollständig.
Um die Initiative in Esporles zum Erfolg zu führen, sind folgende Lösungsansätze denkbar:
Prioritäten mit Fristen: Das Register sollte verbindliche Prüfzeiträume festlegen, um innerhalb von 6 bis 12 Monaten Klarheit darüber zu schaffen, welche Flächen kurzfristig nutzbar sind.
Kleinteilige Förderung: Anstatt auf große Bauprojekte zu warten, könnten modulare, kleine Reihenhaus- oder Geschosswohnungsbauten schneller und kostengünstiger realisiert werden.
Finanzierungs-Mix: Gemeindefonds, Zuschüsse der Balearen-Regierung und Partnerschaften mit Genossenschaften könnten kombiniert werden, um die Finanzierung sicherzustellen.
Eigentümer-Unterstützung: Ein Hilfsprogramm zur Fassadensanierung oder steuerliche Anreize könnten verhindern, dass ältere Menschen aufgrund fehlender finanzieller Mittel enteignet werden.
Transparenz und Beteiligung: Die Einwohner sollten bei Umwidmungen ein Mitspracherecht haben, um die Akzeptanz sozialer Projekte vor Ort zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Initiative von Esporles grundsätzlich in die richtige Richtung geht. Die Erstellung eines Registers ist ein sinnvoller erster Schritt. Entscheidend wird jedoch sein, ob aus den erfassten Daten konkrete, zeitgebundene Maßnahmen und Finanzpläne entwickelt werden. Andernfalls bleibt die Initiative ein ungenutztes Instrument.
Wenn die Gemeinde und die Inselregierung gemeinsam eine realistische, schrittweise Strategie entwickeln, die klare Fristen, kleinteilige Bauprojekte und Unterstützung für lokale Eigentümer umfasst, könnte Esporles tatsächlich bezahlbaren Wohnraum schaffen, anstatt nur eine Liste von potenziellen Flächen zu erstellen.
Quelle: Agenturen





