Wolfram Seifert – ehemaliger Direktor des Mallorca Magazin – verstorben

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Wolfram Seifert, eine prägende Figur der deutschsprachigen Gemeinschaft auf Mallorca, ist im Alter von 79 Jahren in Palma verstorben. Sein Tod markiert das Ende einer Ära, in der er als langjähriger Leiter eines führenden deutschsprachigen Wochenblatts die Inselöffentlichkeit maßgeblich beeinflusste. Sein Wirken erstreckte sich über Jahrzehnte und hinterlässt eine spürbare Lücke.  

In der Clínica Rotger in Palma schloss Wolfram Seifert in der Nacht (29.11.2025) für immer die Augen. Zuvor hatte er eine kurze, aber schwere Krankheit durchlitten.

Wolfram Seifert verbrachte Jahrzehnte seines Lebens auf der Insel und war weit mehr als nur ein Verleger. Er war ein zentraler Anlaufpunkt für die deutschsprachige Gemeinschaft, ein Ratgeber in allen Lebenslagen. Ob es um Behördenangelegenheiten, Insidertipps oder einfach nur um ein freundliches Gespräch ging, Seifert stand stets zur Seite. Oft wurde er von seiner Frau Petra begleitet, mit der er regelmäßig an Empfängen, Ausstellungen und Abschiedsfeiern von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnahm.

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Seine berufliche Laufbahn begann in der bundesdeutschen Presselandschaft. In den frühen 1980er-Jahren nahm er jedoch ein Angebot an, die Redaktion eines deutschsprachigen Wochenblatts auf Mallorca zu übernehmen. Was zunächst als bescheidenes Projekt begann, entwickelte sich unter seiner Führung zu einer unverzichtbaren Informationsquelle für Residenten und Urlauber. Die Auflage stieg von wenigen Tausend Exemplaren auf eine beachtliche Zahl, und der Umfang der Ausgaben wuchs parallel zum steigenden Interesse an der Insel.

Unter seiner Regie entwickelte sich die Zeitung zu einem wichtigen Ratgeber für Neuankömmlinge, einem Wegweiser durch die Bürokratie und den Alltag sowie einem Fenster zur lokalen Gesellschaft. In einer Zeit, in der es weder Internet noch soziale Netzwerke oder schnelle Online-Nachrichten gab, bot das Blatt Orientierung und vermittelte Kontakte, Ansprechpartner und Tipps, die das Leben fernab der Heimat erleichterten.

Wolfram Seifert liebte Mallorca nicht nur als Arbeitsort. Er kannte die besten Restaurants in Palma, pflegte Kontakte zu Gastronomen und Geschäftsleuten und besuchte Vernissagen und private Feiern.

Kollegen erinnerten sich später an seine kleinen Gesten, die oft mehr sagten als Worte: eine finanzielle Unterstützung in Notfällen, ein aufmunternder Satz vor einer schwierigen Recherche oder ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte des Redaktionsalltags. Diese Details zeichnen das Bild eines Chefs, der nicht nur seine redaktionellen Aufgaben erfüllte, sondern sich auch menschlich engagierte.

Er erlebte auch die technischen Umbrüche der Branche mit. In den frühen 2000er-Jahren zog die Redaktion an einen modernen Standort vor den Toren Palmas, und das Blatt ging bereits um die Jahrtausendwende mit einer eigenen Online-Präsenz an den Start. Für Seifert waren Print und Digital keine Gegensätze, sondern vielmehr verschiedene Wege, um Menschen zu erreichen und die wachsende deutschsprachige Gemeinschaft zu begleiten.

Wolfram Seiferts Leben war geprägt von lokalen Anekdoten und internationalen Begegnungen. Im Laufe seiner Karriere empfing er Politiker und Prominente auf der Insel, und Begegnungen auf einer Dachterrasse oberhalb von Cala Major oder bei gesellschaftlichen Anlässen gehörten zu seinem Alltag. Diese Momente machten ihn zu einem Chronisten des Zusammenlebens zwischen Einheimischen und Zugezogenen.

Quelle: Agenturen