Zahnarzt aus Manacor muss 77.000 Euro für Kunstfehler zahlen

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Das Provinzgericht verurteilte eine Zahnklinik in Manacor auf Mallorca zur Zahlung von 77.000 Euro an einen Patienten für den schweren Schaden, der durch den mangelhaften Sitz einer Prothese entstanden war.

Die Patientin suchte diesen Zahnarzt auf, weil sie im Oberkiefer keine Zähne mehr hatte und ihr Unterkiefer stark beschädigt war. Mit dem Fortschreiten der Behandlung traten jedoch Probleme auf, die zu ständigen und zunehmenden Schmerzen führten, obwohl der Zahnarzt ihr sagte, dass diese mit der Zeit verschwinden würden.

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Zahnarzt aus Manacor muss 77.000 Euro für Kunstfehler zahlen

Angesichts dieser Situation wandte sich die 58-jährige Frau an eine andere Fachkraft. Dort entdeckte man den Schaden, den der erste Zahnarzt angerichtet hatte: Eines der Implantate hatte den Kieferknochen durchbohrt, neun weitere waren nicht in den Knochen eingesetzt worden und befanden sich knapp unter der Schleimhaut in der Luft.

Sowohl das erstinstanzliche Gericht als auch die Audiencia kommen zu dem Schluss, dass “aller Wahrscheinlichkeit nach keine vorherige Diagnose gestellt wurde, um zu bestimmen, in welcher Position und in welchem Winkel die Implantate hätten eingesetzt werden sollen”. In den Urteilen wurde festgestellt, dass es sich um einen “komplexen Fall” handelte, da “der Patient keine Zähne hatte”. “Es ist zu bedenken, dass ein solcher Fall keine einfache Behandlung verdient, d.h. die einfachste Methode war in diesem Fall nicht die beste”.

Die Gerichte geben der Klage des Patienten statt, der von Daniel Martínez Raso vom Rechtsdienst von El Defensor del Paciente vertreten wird. Es erkennt das Recht des Patienten auf Entschädigung für die Kosten der zweiten Operation, für den moralischen Schaden und für den durch die zahnärztliche Nachlässigkeit verursachten ästhetischen Schaden an.

Die Klinik lehnte jede Haftung ab und machte die Patientin selbst dafür verantwortlich, die Behandlung nicht vollständig durchgeführt zu haben. Dieses Argument wurde jedoch von den Gerichten zurückgewiesen, weil derselbe Sachverständige, der die Verteidigung vorgetragen hatte, dieses Argument während der Verhandlung zurückzog und die Relevanz der mangelnden Disziplin der Patientin bei der Einhaltung ihrer Termine verneinte. Gegen die Entscheidung kann vor dem Obersten Gerichtshof Kassationsbeschwerde eingelegt werden.