Zugang zu öffentlich gefördertem Wohnraum auf Mallorca

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Die Wohnungsnot auf Mallorca spitzt sich zu, und immer mehr Gemeinden erhöhen die Mindestwohndauer für den Zugang zu gefördertem Wohnraum. Diese Maßnahmen sollen Einheimische schützen, werfen aber Fragen auf: Sind sie wirklich wirksam, oder verlagern sie das Problem nur?

Verschärfte Regeln könnten unbeabsichtigte Konsequenzen haben und neue Ungerechtigkeiten schaffen. Es stellt sich die Frage, ob längere Aufenthaltsfristen tatsächlich denjenigen helfen, die auf der Insel arbeiten und aufgewachsen sind. Oder sind sie eher ein Zeichen von Symbolpolitik?

Die Regionalregierung hat bereits eine landesweite Mindestfrist von fünf Jahren beschlossen, aber einige Gemeinden gehen noch weiter. Esporles verlangt sieben Jahre, Inca für unter 35-Jährige acht Jahre, Sencelles zehn und Sóller sogar 18 Jahre. Andere Gemeinden erwägen ähnliche Schritte.

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Kritiker bemängeln, dass solche Fristen nicht nur Neuankömmlinge treffen, sondern auch Menschen, die hier arbeiten oder kürzlich von Ausbildung und Studium zurückgekehrt sind. Ein junger Lehrer oder eine Krankenschwester könnten leer ausgehen, wenn die Regel starr an einer Meldefrist hängt. Es fehlt eine differenzierte Betrachtung: Wer entscheidet, wer „Einheimischer“ ist?

Reine Jahre sagen wenig über die tatsächliche Verwurzelung aus. Es gibt kaum Kriterien, welche Berufe Priorität haben oder wie Wohnraum an arbeitende Haushalte gebunden wird. Auch die langfristigen rechtlichen Folgen, wie Diskriminierungsrisiken und EU-Rechtsfragen, werden selten thematisiert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Angebotsseite.

In Gemeinden mit hohen Immobilienpreisen ist es wenig hilfreich, nur die Zugangsbedingungen zu verschärfen, wenn nicht gleichzeitig mehr sozialer Wohnungsbau gefördert wird. Hürden können den Zugang zwar steuern, lösen aber nicht das grundlegende Problem des fehlenden Angebots.

Quelle: Agenturen