Wenn Sie in Spanien leben oder leben werden, ist eine gute Krankenversicherung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Spanien verfügt über ein ausgezeichnetes öffentliches Gesundheitssystem, das über die Seguridad Social, das spanische Sozialversicherungssystem, zugänglich ist. Wer dort registriert ist, hat Anspruch auf medizinische Versorgung in Krankenhäusern, Gesundheitszentren und bei Hausärzten. Dennoch wissen viele Deutsche, die nach Spanien ziehen, nicht genau, wie sie sich anmelden müssen.
Der Zugang zum spanischen Gesundheitssystem beginnt immer mit einer Grundvoraussetzung: Sie müssen offiziell in Spanien registriert sein. Das bedeutet, dass Sie eine NIE-Nummer benötigen, die Identifikationsnummer für Ausländer. Ohne NIE können Sie nichts regeln, auch keine Gesundheitsversorgung. Außerdem müssen Sie bei der Gemeinde, in der Sie wohnen, über das Empadronamiento registriert sein. Das ist der Nachweis, dass Sie tatsächlich in dieser Stadt oder diesem Dorf wohnen.
Sobald Sie diese beiden Dinge haben, können Sie mit der Anmeldung bei der Seguridad Social über das „Instituto Nacional de la Seguridad Social” beginnen. Sie können dafür online einen Termin vereinbaren oder persönlich vorbeikommen. In vielen Regionen ist viel los, sodass Sie manchmal einige Wochen warten müssen. Welche Dokumente Sie benötigen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
Wenn Sie in Spanien arbeiten, meldet Ihr Arbeitgeber Sie in der Regel automatisch an. Wenn Sie selbstständig sind, müssen Sie sich als autónomo anmelden. Wenn Sie Rentner sind und eine Rente aus Deutschland beziehen, benötigen Sie das Formular S1, das Sie bei Ihrer Krankenkasse in Ihrem Heimatland beantragen können. Wenn Sie weder berufstätig noch Rentner sind, können Sie sich freiwillig über das „Convenio Especial” versichern, wobei Sie einen monatlichen Beitrag zahlen, um dennoch Anspruch auf öffentliche Gesundheitsversorgung zu haben.
Bei der INSS werden Ihre Unterlagen geprüft und Sie werden offiziell registriert. Wenn alles in Ordnung ist, erhalten Sie das „Certificado de derecho a asistencia sanitaria”, den Nachweis, dass Sie Anspruch auf medizinische Versorgung in Spanien haben. Mit diesem Dokument begeben Sie sich zum Gesundheitszentrum in Ihrem Wohnort, dem „Centro de Salud”, wo Ihnen ein fester Hausarzt, der médico de cabecera, zugewiesen wird. Anschließend erhalten Sie Ihre „Tarjeta Sanitaria”, die spanische Gesundheitskarte, mit der Sie Termine vereinbaren, Überweisungen zu Fachärzten erhalten und Medikamente in der Apotheke abholen können.
Das spanische Gesundheitssystem funktioniert in den meisten Fällen über den Hausarzt. Sie gehen zunächst zu Ihrem Hausarzt, der entscheidet, ob Sie einen Facharzt oder das Krankenhaus aufsuchen müssen. Die Notaufnahme ist immer direkt zugänglich. Für Medikamente zahlen Sie in der Regel einen geringen Eigenanteil, der von Ihrem Einkommen und davon abhängt, ob Sie berufstätig oder im Ruhestand sind.
Wenn Sie innerhalb Spaniens umziehen, müssen Sie sich erneut beim örtlichen „Centro de Salud” anmelden, damit Sie einen neuen Hausarzt bekommen.
In Spanien haben Sie neben der öffentlichen Gesundheitsversorgung auch Zugang zu privater Gesundheitsversorgung über eine private Versicherung, und Sie können beide Systeme gleichzeitig nutzen. Die öffentliche Gesundheitsversorgung ist sehr umfangreich und deckt fast alle medizinischen Behandlungen, Operationen und Krankenhausaufenthalte ab, hat jedoch manchmal längere Wartezeiten und Sie benötigen fast immer eine Überweisung von Ihrem Hausarzt.
Die private Gesundheitsversorgung funktioniert mit einer monatlichen Prämie, bietet jedoch oft einen schnelleren Zugang zu Fachärzten, mehr Wahlfreiheit und modernere Kliniken, oft mit englisch- oder sogar deutschsprachigen Ärzten. Der Nachteil der privaten Gesundheitsversorgung ist, dass bestimmte Behandlungen oder bestehende Erkrankungen manchmal nicht erstattet werden. Deshalb entscheiden sich viele Ausländer in Spanien für eine Kombination: die Seguridad Social für große, teure medizinische Eingriffe und eine private Versicherung für schnelle Termine und zusätzlichen Komfort.
SCHRITT-FÜR-SCHRITT
Beantragen Sie eine NIE-Nummer.
Melden Sie sich bei der Gemeinde über das Empadronamiento an.
Sammeln Sie Ihre Dokumente (Arbeitsvertrag, S1 oder Convenio Especial).
Vereinbaren Sie einen Termin beim INSS.
Melden Sie sich bei der Seguridad Social an.
Erhalten Sie die Krankenversicherungskarte.
Melden Sie sich beim Centro de Salud an.
Erhalten Sie Ihre Tarjeta Sanitaria.
Wählen Sie gegebenenfalls eine zusätzliche private Versicherung.
Quelle: Agenturen





