Spanien gerät in Bezug auf die Bevölkerungsverteilung zunehmend aus dem Gleichgewicht. Nicht weniger als 90 Prozent der Einwohner leben konzentriert auf nur 2,6 Prozent des Staatsgebiets. Das bedeutet, dass der größte Teil des Landes dünn besiedelt ist und in einigen Gebieten sogar fast menschenleer.
Vor allem die großen Städte und Küstengebiete wachsen weiter. Regionen um Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla und die Mittelmeerküste ziehen immer mehr Einwohner an. Dort gibt es Arbeit, Infrastruktur, öffentliche Verkehrsmittel und Zugang zu Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen. Dies sorgt für wirtschaftliche Dynamik, aber auch für Druck auf Wohnraum und Einrichtungen.
Gleichzeitig haben große Teile des Landesinneren mit dem gegenteiligen Problem zu kämpfen. In vielen Dörfern in Kastilien und León, Aragón, Extremadura und Teilen von Kastilien-La Mancha sinkt die Einwohnerzahl seit Jahren. Junge Menschen ziehen zum Studieren und Arbeiten in die Stadt, während ältere Menschen zurückbleiben. Dadurch altert die Bevölkerung in diesen Regionen rapide.
Umfrage zum monatlichen Gewinnspiel auf mallorca-services.es - Schon mitgemacht?Diese ungleiche Verteilung hat erhebliche Folgen. In dicht besiedelten Gebieten steigen die Immobilienpreise und der Druck auf die Infrastruktur nimmt zu. Verkehr, Umweltverschmutzung und Wohnungsmangel werden dort zu immer größeren Herausforderungen. In dünn besiedelten Regionen verschwinden hingegen Einrichtungen. Schulen schließen, medizinische Versorgungsstellen verschwinden und öffentliche Verkehrsmittel werden eingeschränkt oder ganz gestrichen.
Experten zufolge droht dadurch ein soziales und wirtschaftliches Ungleichgewicht, das langfristig nur schwer zu beheben ist. Wenn ein Dorf unter eine bestimmte Einwohnerzahl fällt, wird es immer schwieriger, neue Bewohner anzuziehen. Es mangelt an Arbeitsplätzen, digitale Verbindungen sind manchmal eingeschränkt und grundlegende Einrichtungen verschwinden.
Die Regierung versucht seit Jahren, mit Fördermaßnahmen die Attraktivität des ländlichen Raums zu steigern. Dazu gehören Steuervergünstigungen, Unterstützung für Unternehmer und Investitionen in die digitale Infrastruktur. Dennoch erweist es sich als schwierig, den Trend umzukehren. Die Anziehungskraft der Stadt bleibt groß, insbesondere für junge Generationen, die auf der Suche nach Chancen und Lebensqualität sind.
Die Zahlen machen deutlich, dass Spanien nicht nur mit Bevölkerungswachstum zu kämpfen hat, sondern vor allem mit einer ungleichen Verteilung dieser Bevölkerung. Die Frage ist, wie das Land in Zukunft ein besseres Gleichgewicht zwischen Stadt und Land finden kann, damit nicht immer größere Teile des Landes unbewohnt bleiben.
Quelle: Agenturen




