Einführung des Pfandsystems “verzögert” sich bis 2029

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In Spanien wird die Einführung des Pfandsystems für Flaschen und Dosen, bekannt als Sistema de Depósito, Devolución y Retorno (SDDR), deutlich verschoben. Ursprünglich sollte das System bereits im November 2026 verpflichtend in allen Geschäften und Supermärkten eingeführt werden, doch nun wurde der Termin auf das Jahr 2029 verlegt. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für den Handel und die Verbraucher.

Das SDDR sieht vor, dass Kunden beim Kauf von Getränken in Plastikflaschen oder Dosen eine kleine Kaution zahlen, die sie bei Rückgabe der leeren Verpackung erstattet bekommen. Das Ziel ist eine höhere Recyclingquote, da Spanien die europäischen Vorgaben bislang nicht erfüllt. Die Verzögerung liegt jedoch nicht an Brüssel, sondern an bürokratischen Hürden in der Region Madrid. Vier Organisationen hatten die Verwaltung des Systems beantragt, doch die Regionalregierung hat die erforderlichen Genehmigungen bislang nicht erteilt. Dieses stockende Verfahren zwingt zu einem Neustart, weshalb die Ministerin für ökologischen Wandel, Sara Aagesen, inzwischen das Jahr 2029 als realistischere Frist nennt.

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Mehr als 500.000 Verkaufsstellen, von großen Supermarktketten bis zu kleinen Läden, sind von den neuen Vorschriften betroffen. Sie müssen künftig Rücknahmeautomaten aufstellen oder die Verpackungen manuell annehmen. Da die Genehmigungen jedoch noch ausstehen, bleibt die praktische Umsetzung vorerst aus. Für Verbraucher bedeutet das: Bis 2029 ändert sich wenig. Die Pfandautomaten, wie sie in Deutschland üblich sind, fehlen weiterhin. Die Kaution soll etwa zehn Cent betragen, weniger als in anderen Ländern. Im Gegensatz zum Handel gilt die Verpflichtung im Gastgewerbe bereits seit August 2023, auch wenn die Kontrolle der Umsetzung unklar ist.

Die Verschiebung zeigt, wie komplex die Umsetzung ökologischer Maßnahmen in der Praxis sein kann, wenn bürokratische Prozesse ins Stocken geraten. Während Spanien auf nationaler Ebene ambitionierte Recyclingziele verfolgt, verdeutlicht die Verzögerung die Herausforderungen bei der Koordination zwischen regionalen Behörden und nationaler Gesetzgebung. Für Verbraucher und Händler bleibt nun Geduld gefragt, bis das Pfandsystem endlich flächendeckend Realität wird.

Quelle: Agenturen