Spanien steht vor einer Herausforderung bei der Einführung eines Pfandsystems für Getränkeverpackungen (SDDR). Während das Gesetz eine Umsetzung bis November 2026 vorsieht, deutet Umweltministerin Sara Aagesen an, dass dies realistischerweise erst 2029 der Fall sein wird.
Dies wirft Fragen hinsichtlich der Vereinbarkeit des nationalen Abfallgesetzes mit europäischen Vorgaben auf.
Das SDDR-System (Sistema de Depósito, Devolución y Retorno) , bei dem beim Kauf von Getränken ein Pfand gezahlt und bei Rückgabe der leeren Verpackung erstattet wird, ist in anderen EU-Ländern bereits etabliert. In Spanien verzögert sich die Umsetzung jedoch aufgrund von Zuständigkeitsstreitigkeiten zwischen Herstellern, Händlern, regionalen Behörden und dem nationalen Ministerium.
Insbesondere die Region Madrid blockiert derzeit die notwendigen Genehmigungen für die Systemverwaltung, was zu Rechtsunsicherheit führt. Ohne diese Genehmigungen können die beteiligten Branchenverbände das System nicht planen und umsetzen.
Obwohl das Ministerium ursprünglich den Start für 2026 anvisierte, scheint dieser Termin unrealistisch. Die Einführung des SDDR ist jedoch aufgrund europäischer Vorschriften, die ab 2029 gelten, unumgänglich.
Der Branchenverband Procircular weist darauf hin, dass andere europäische Länder bereits mehrere Jahre für die Implementierung ähnlicher Systeme benötigt haben. Portugal hat ein solches System beispielsweise in sechs Jahren umgesetzt.
In Spanien landen täglich Millionen von Getränkeverpackungen im Müll. Das SDDR soll dies ändern und gilt für Einweg-Plastikflaschen, Metalldosen, Getränkekartons und bestimmte Glasverpackungen. Alle Verkaufsstellen, die diese Verpackungen anbieten, sind zur Teilnahme verpflichtet.
Ob die Umsetzung tatsächlich bis 2029 gelingt, bleibt abzuwarten. Für aus anderen Ländern stammende Menschen, die bereits Pfandsysteme kennen, wird dies eine vertraute Situation sein, während es für die spanische Bevölkerung eine bedeutende Veränderung darstellen wird.
Quelle: Agenturen




