Lachgas: Wachsendes Phänomen mit Risiken

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In Spaniens beliebten Ausgehstädten breitet sich der Konsum von Lachgas, auch bekannt als Óxido nitroso, immer schneller aus. Besonders auf den Kanarischen Inseln und anderen touristisch stark frequentierten Regionen wird das Gas zunehmend von Jugendlichen konsumiert, die sich über soziale Medien gegenseitig dazu anstacheln. Obwohl Lachgas in der Gastronomie, Medizin und Industrie eine legitime Verwendung findet, wächst die Besorgnis über seinen Freizeitkonsum und die damit einhergehenden Gefahren.

Die Polizei, insbesondere die Guardia Civil auf Teneriffa, greift verstärkt durch und konnte zuletzt fast 13 Tonnen des Gases beschlagnahmen – eine der größten Aktionen in Europa. Dabei wurde eine kriminelle Organisation aufgedeckt, die den Import, die Lagerung und den Vertrieb des Gases organisierte. Neben Lachgas fanden die Beamten auch Bargeld und weitere Drogen bei Hausdurchsuchungen.

Rechtlich gesehen ist Lachgas in Spanien nicht als Droge klassifiziert. Sein Besitz ist grundsätzlich nicht strafbar, jedoch verboten sind der Verkauf an Minderjährige, der öffentliche Konsum und der Vertrieb für den Freizeitgebrauch. Diese Grauzone erschwert die Kontrolle, da das Gas oft unter dem Vorwand gastronomischer Nutzung verkauft wird.

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Die Verbreitung des Konsums ist alarmierend: Rund 8,7 Prozent der europäischen Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren haben im vergangenen Jahr Lachgas ausprobiert. Während die meisten nur gelegentlich ein paar Ballons inhalieren, konsumiert eine wachsende Minderheit regelmäßig und damit verbunden steigt das Risiko schwerer Vergiftungen. Die unmittelbare Gefahr besteht vor allem im Ersticken durch Sauerstoffmangel sowie in der potenziell tödlichen Kombination mit anderen Drogen.

Angesichts dieser Entwicklung verschärfen einige Regionen, etwa die Balearen, ihre Vorschriften, indem sie den Verkauf von Energy-Drinks und Lachgas an Minderjährige einschränken. Experten warnen davor, dass die Normalisierung des Konsums im Nachtleben junge Menschen besonders gefährdet und die Risiken oft unterschätzt werden. Es bleibt eine gesellschaftliche Herausforderung, den Freizeitkonsum von Lachgas wirksam zu regulieren und Jugendliche besser zu schützen.

Quelle: Agenturen