In einer Zeit stetig steigender Preise in der spanischen Gastronomie sorgt die Bar „Hogar del Trabajador“ in Manises bei Valencia für Aufsehen. Dort kann man ein umfassendes Tagesmenü für gerade einmal 6 Euro genießen – ein Preis, der rund 60 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt liegt und fast schon an vergangene Zeiten erinnert.
Dieses menú del día besteht aus einem ersten und zweiten Gang, Dessert, Brot und einem Getränk. Auswahl gibt es reichlich: Beim ersten Gang, etwa Spaghetti mit Fleisch und Tomatensoße, wählt man aus sechs Optionen. Beim zweiten Gang sind es acht – darunter Klassiker wie Spiegeleier mit Kartoffeln oder gegrilltes Hähnchenfilet. Als Dessert steht häufig ein Eis bereit. So werden die Gäste jeden Tag satt und sparen Woche für Woche bares Geld: Wer regelmäßig auswärts isst, kann im Vergleich zum Durchschnittspreis von 15,20 Euro gut 40 Euro wöchentlich sparen.
Das Ambiente ist eher zweckmäßig als gemütlich. Die schlichte Einrichtung schreckt die Stammgäste nicht ab – sie kommen häufig aus der Nachbarschaft und schätzen das unkomplizierte, preiswerte Essen. Statt einer Speisekarte verkündet das Personal die Gerichte laut, wie es in Arbeiterbars früher üblich war.
Auch Frühstück und das beliebte almuerzo sind erschwinglich: Für 4,80 Euro gibt es Kaffee und valencianisches Gebäck, das deftige Chivito-Frühstück inklusive Getränk liegt kaum höher.
Doch ist Manises wirklich Spitzenreiter beim Preis? In Málaga findet sich im Mercado de Huelin ein Menü sogar für 5 Euro. Frische Zutaten, tägliche Marktbesuche und eine jahrzehntelange Tradition halten die Preise hier niedrig – ein Relikt aus der Franco-Ära, als solche Menüs für Touristen eingeführt wurden und später zum Alltag der spanischen Arbeitenden wurden.
Trotz allgemeiner Preissteigerungen beweisen Bars wie diese, dass gutes, sättigendes Essen nicht teuer sein muss – und dass Tradition und Gemeinschaft manchmal stärker zählen als schickes Ambiente.
Quelle: Agenturen




