OCU erhebt Beschwerde gegen Engel & Völkers

Lesedauer des Artikels: ca. 2 Minuten -

Die Organisation für Verbraucher und Nutzer (OCU) hat eine formelle Beschwerde gegen das Immobilienunternehmen Engel & Völkers beim Ministerium für soziale Rechte, Verbraucherschutz und Agenda 2030 eingereicht. Im Zentrum der Kritik steht die Praxis, von Mietinteressenten eine Gebühr für Verwaltungsdienstleistungen zu verlangen, die eigentlich vom Eigentümer beauftragt wurden – ein Vorgehen, das nach Meinung der OCU gegen das spanische Gesetz über städtische Mietverhältnisse (LAU) verstößt.

Laut OCU müssen Mietinteressenten eine Gebühr in Höhe einer Monatsmiete plus Mehrwertsteuer zahlen, bevor ihre Bewerbung an den Vermieter weitergeleitet wird. Dieses Verfahren basiert auf einem Vertragstyp namens „Auftrag zur Erbringung von Dienstleistungen“, in dem Dienstleistungen wie Immobiliensuche, Organisation von Besichtigungen, Bonitätsprüfung und Verhandlung der Vertragsbedingungen aufgeführt werden. Nach Auffassung der OCU handelt es sich dabei um zentrale Tätigkeiten der Immobilienvermittlung, deren Kosten laut LAU der Vermieter tragen muss.

Lesetipp:  Gnadenloser Wettbewerb: Shein und Temu gegen chinesische Basarbesitzer
--|- Bitte beachten Sie unsere Anzeigenpartner! -|-- Zu Verkaufen: Schlüssel-Domain für den Immobilienmarkt auf Mallorca

Besonders problematisch ist aus Sicht der OCU, dass die Gebühr für die Bewerbung unabdingbar ist und der Vertrag Zusatzklauseln enthält, die die Zahlungspflicht auch bei Rücktritt oder späterem Abschluss aufrechterhalten. Die Klausel, dass es sich nicht um Immobilienvermittlung handle, hält die OCU für eine rechtlich unerhebliche Umdeklarierung des tatsächlichen Sachverhalts.

Die starke Verbreitung dieses Vertragsmodells und die Auswirkungen auf Mieter in ganz Spanien veranlassen die OCU dazu, ein schnelles Eingreifen der Behörden zu fordern. Neben der sofortigen Einstellung dieser Praxis verlangt sie auch die Verhängung von Sanktionen – sollte sich ein Gesetzesverstoß bestätigen. Der Fall unterstreicht die Bedeutung eines wirksamen Verbraucherschutzes auf dem Wohnungsmarkt, der gerade in angespannten Mietmärkten von großer gesellschaftlicher Relevanz ist.

Quelle: Agenturen