Die Debatte um den Entwurf des neuen Agrargesetzes der Regionalregierung der Balearen spitzt sich zu. Die Umweltorganisation GOB warnt eindringlich vor einer Bevorzugung von Immobiliengeschäften und kritisiert einen Verstoß gegen zentrale Umwelt- und Raumordnungsvorschriften.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die Sorge, dass das Gesetz die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zunehmend für Zwecke öffnet, die jenseits von Landwirtschaft und Naturschutz liegen. Vertreter von GOB Mallorca, Menorca und Ibiza betonen, dass der ländliche Raum nicht durch Urbanisierung und touristische Nutzung entwertet werden dürfe. Vorrang müsse der Schutz der Böden, die Stärkung lokaler Lebensmittelproduktion sowie die Sicherung und Förderung landwirtschaftlicher Existenzen haben.
Immobiliengeschäfte: Der Gesetzentwurf erlaubt eine Umwandlung moderner landwirtschaftlicher Gebäude in Touristenunterkünfte und erweitert deren Volumen – ein Schritt, der laut GOB faktisch zur Legalisierung unerlaubter Bauten führt.
Raumordnung: Die geplante Angleichung aller Inselregelungen an das Agrargesetz wird als Eingriff in die Autonomie der Inselräte gesehen.
Naturschutz: Neue Bauvorhaben, insbesondere Schwimmbäder auf dem Land, sollen laut GOB strikt untersagt werden, um die Landschaft zu bewahren.
Die Umweltverbände unterbreiten zudem konstruktive Vorschläge: Sie fordern spezifische Förderungen für familiengeführte Höfe, eine Stärkung des ökologischen Landbaus und Maßnahmen, die einen Generationenwechsel ermöglichen. Außerdem plädieren sie für ein Grundeinkommen für Landwirte, die besondere Umweltleistungen erbringen, sowie für einen verstärkten Einsatz regionaler Bio-Produkte in öffentlichen Einrichtungen.
Die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft auf den Balearen steht somit am Scheideweg: Zwischen wirtschaftlichen Interessen, dem Schutz von Natur und Kulturlandschaft und einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion braucht es einen ausgewogenen und zukunftsfähigen Weg.
Quelle: Agenturen





