Die anhaltende Verknappung von Hormonpräparaten in Spanien – allen voran das Hormon-Spray Lenzetto – beschäftigt derzeit Hunderttausende Frauen und weitere Betroffene, die eine Hormontherapie benötigen. Seit Monaten herrscht ein Mangel sowohl an Lenzetto als auch an alternativen Präparaten wie Pflaster und Gele mit Estradiol. Die Hintergründe sind vielschichtig und die Unsicherheit bleibt groß.
Der Engpass begann mit Lenzetto und breitete sich rasant auf andere Estradiol-Präparate aus. Der Bedarf stieg in nur wenigen Jahren massiv – von 13.000 verkauften Lenzetto-Sprays (2018) auf 123.000 im Jahr 2024. Gleichzeitig konnten Produktion und speziell der Nachschub für Sprühvorrichtungen nicht Schritt halten. Die europäische Nachfrage sprengt vielerorts die Kapazitäten.
Reaktionen: Regierung, Hersteller und Betroffene
Das Gesundheitsministerium erhöhte die Preisbindung, um mehr Angebot zu sichern – bislang ohne Erfolg.
Patientinnen und Organisationen fordern über Petitionen verlässliche Alternativen und langfristige Lösungen.
In Katalonien sollen Apotheken als letztes Mittel fórmulas magistrales – individuell hergestellte Estradiol-Präparate – herstellen dürfen. Die Behörden bleiben jedoch vorsichtig.
Hersteller Gedeon Richter rechnet ab der zweiten Novemberhälfte mit einer Rückkehr von Lenzetto in die spanischen Apotheken. Allerdings wird die volle Nachfrage laut Prognose erst ab 2027 wieder gedeckt sein. Die Regulierungsbehörde Aemps bleibt nach früheren Fehleinschätzungen skeptisch. Unterm Strich steht: Der Mangel an Hormontherapien ist in absehbarer Zeit kein rein spanisches Phänomen mehr – Veränderungen und Innovationen in der Lieferkette bleiben dringend notwendig.
Quelle: Agenturen




