Die Diskussion um die Abschaffung der Zeitumstellung nimmt in Europa seit Jahren Fahrt auf. Spanien spielt dabei eine besondere Rolle: Würde das Land das ganze Jahr über die Winterzeit (MEZ) einführen, käme das Sommerlicht spürbar früher – und das Leben vieler Menschen könnte sich verändern.
Geografisch gehört Spanien zur Zeitzone von Portugal und dem Vereinigten Königreich, lebt aber seit 1940 nach mitteleuropäischer Zeit. Auf dem spanischen Festland bedeutet das: Die Uhr ist vielerorts der Sonne voraus – insbesondere in Galicien, wo die Sonne zuletzt untergeht. Bleibt die Winterzeit ganzjährig:
Im Sommer geht die Sonne etwa eine Stunde früher auf und unter: In A Coruña um 21:15 Uhr statt 22:15 Uhr, in Barcelona um 20:30 Uhr statt 21:30 Uhr.
Im Winter bleibt alles wie gewohnt. Keine Änderung im Tageslicht.
Während Galicien abends etwas an Licht verliert, profitieren insbesondere Kinder, Frühaufsteher und Arbeitswege von früherem Tageslicht am Morgen. In Katalonien und Andalusien dagegen würde man Sommerabende auf der Terrasse bei früherer Dunkelheit verbringen.
Die Debatte ist nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich. Rund zwei Drittel der Spanier wünschen sich laut Umfragen eine einheitliche Zeit. Experten betonen gesundheitliche Vorteile einer dauerhaften Winterzeit, insbesondere für den Schlafrhythmus. Gastronomie und Tourismusbranche wiederum bevorzugen längere Sommerabende.
Solange die EU keine Einigung findet, bleibt alles beim Alten: Zeitumstellung zweimal im Jahr. Doch der Blick auf das Thema zeigt, wie sehr Zeit, Licht und Lebensstil in Spanien miteinander verwoben sind. Die Entscheidung über dauerhafte Winterzeit ist mehr als eine Frage der Uhr – sie betrifft das tägliche Leben auf ganz unterschiedliche Weise.
Quelle: Agenturen



