Die Ankündigung eines unbefristeten Streiks der balearischen Ärzte hatte in der Gesundheitslandschaft für erhebliche Unruhe gesorgt. Doch nur wenige Wochen vor dem Startschuss wurde der Arbeitskampf überraschend verschoben – ausgelöst durch die Auflösung des Regionalparlaments und die Ausrufung von Neuwahlen.
Im Kern des Konflikts steht ein Rahmengesetz, das von der Ärzteschaft stark kritisiert wurde. Mit der Parlamentsauflösung ist dieses Gesetz nun „auf Eis gelegt“, da alle laufenden Gesetzesinitiativen unterbrochen und ihre Fristen und Verhandlungsstände ungültig werden. Die Ärztegewerkschaften CESM und SIMEBAL betonen, dass damit zwar das Gesetz politisch beerdigt sei, das zugrunde liegende Problem jedoch weiterhin bestehe. Ein Streik ohne konkreten politischen Ansprechpartner sei aktuell wenig zielführend und würde der Ärzteschaft enorme Anstrengungen abverlangen.
Die Gewerkschaften machen klar: Der Konflikt ist nicht beigelegt, sondern lediglich vertagt. Nach den Wahlen wollen sie ihre Forderungen erneut vorbringen und schließen eine Wiederaufnahme der Streikmaßnahmen nicht aus, sollte die neue Regierung das Thema ignorieren. Gleichzeitig fordern sie von den Parteien, im Wahlkampf eine klare Position zu beziehen, damit Bürger und Fachkräfte wissen, wie die potenziellen Regierungsparteien mit der größten Krise im Gesundheitswesen umgehen wollen.
Die Gesundheitsministerin Manuela García sieht in der Verschiebung eine Chance für das Gesundheitssystem: Die Neuplanung von rund 85.000 abgesagten Behandlungen könne nun angegangen werden. Trotzdem zeigt sie Verständnis für die Anliegen der Ärzte und respektiert deren Forderungen.
Die Gegenwart markiert also nur eine Verschnaufpause. Die grundlegenden Probleme bleiben bestehen und werden das neue Parlament unweigerlich wieder beschäftigen.
Quelle: Agenturen





