Die Zahl der Anträge zur Zulassung von Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichen auf Mallorca ist drastisch gestiegen. Insbesondere im Jahr 2023 wird ein Anstieg um 129 % erwartet – von 2.740 im Jahr 2022 auf voraussichtlich 6.273 Anträge. Hintergrund ist die Umgehung der sechsmonatigen Fahrbeschränkung, die es Ausländern mit Zweitwohnsitz erschwert, mehr als ein Fahrzeug pro Haushalt auf der Insel zu nutzen.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Consell de Mallorca ein Gesetz zur Regulierung des Fahrzeugaufkommens verabschiedet, das nach der endgültigen parlamentarischen Ratifizierung noch vor Sommer in Kraft treten soll. Ziel ist es, die Anzahl der Fahrzeuge auf der Insel zu begrenzen und so Verkehrsprobleme zu minimieren. Dabei orientiert sich Mallorca an den Erfahrungen der Nachbarinsel Ibiza, wo ähnliche Regelungen bereits greifen und messbare Erfolge zeigen.
Der Vizepräsident des Consell von Ibiza, Mariano Juan, betonte, dass das dortige Gesetz zu einer Reduktion von 32.000 Fahrzeugen geführt habe, was einem Rückgang von 15 % im vergangenen Sommer entspricht. Zudem habe die Regelung eine abschreckende Wirkung auf Fahrzeugummeldungen entfaltet, indem viele Besitzer ihre Fahrzeuge nun regulär auf Ibiza zulassen. Dieser Erfahrungsaustausch zwischen Ibiza und Mallorca soll die Umsetzung auf Mallorca erleichtern und den Aufbau der Kontrollinfrastruktur unterstützen.
Das Gesetz sieht unter anderem eine Obergrenze für Fahrzeuge vor und setzt eine Gebühr für die Zufahrt fest. Der Verkehrsminister von Mallorca, Fernando Rubio, hob hervor, dass trotz unterschiedlicher Verkehrsbedingungen auf beiden Inseln die Zusammenarbeit bei der Regulierung sehr hilfreich sei. Mit dem Inkrafttreten der neuen Regelungen wird erwartet, dass der Verkehr auf Mallorca effizienter kontrolliert und das Verkehrsaufkommen nachhaltig reduziert wird.
Quelle: Agenturen




