Die Umweltschutzorganisation Gob hat gefordert, das Projekt einer Geflügel-Großzucht auf dem Landgut Son Brau in Manacor auf Mallorca nicht zu genehmigen, solange keine „gründliche“ Bewertung der möglichen Auswirkungen auf das besondere Schutzgebiet (ZEC) von na Borges vorgenommen wurde, das weniger als 100 Meter von der geplanten Anlage entfernt liegt.
Dies hat die Organisation in einer Pressemitteilung dargelegt, in der sie daran erinnert hat, dass diese Woche die Frist für die öffentliche Anhörung zum Projekt und zur Umweltverträglichkeitsprüfung abläuft.
Gob Mallorca hat seine Unterstützung für die von der Plattform „Macrogranjas no“ eingereichten Einwände bekundet, die sich auf Themen wie die Beeinträchtigung der Wasserressourcen, die Entsorgung von Tierabfällen, die Nitratbelastung sowie die Vereinbarkeit des Betriebs mit dem Wasserwirtschaftsplan der Balearen konzentrieren.
Darüber hinaus hat die Behörde eigene Einwände vorgebracht, die sich auf die Nähe des Betriebs zum besonderen Schutzgebiet (ZEC) „na Borges“ konzentrieren, einem Gebiet, das Teil des Natura-2000-Netzwerks ist und den gleichnamigen Bach sowie das dazugehörige Feuchtgebiet schützt, sowie Dünensysteme, Buschland und Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse.
Die Umweltschützer vertreten die Auffassung, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung unzureichend ist, da sie relevante Auswirkungen außer Acht lässt, weil der Betrieb keine Flächen innerhalb des Schutzgebiets beanspruchen würde, ohne dabei mögliche indirekte Auswirkungen zu analysieren.
Ihrer Ansicht nach hätten Aspekte wie die atmosphärische Stickstoffablagerung durch Ammoniakemissionen, der Abfluss oder das Versickern von Nährstoffen, das Risiko einer unbeabsichtigten Verschmutzung, die zunehmende Belastung der Uferlebensräume oder die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Wildvogelpopulationen bewertet werden müssen. Daher haben sie darauf hingewiesen, dass einBetrieb mit einer Kapazität von 80.000 Legehennen erhebliche Ammoniakemissionen verursachen kann, und betonen, dass die Anwendung der besten verfügbaren Techniken nicht von der nach den europäischen Vorschriften geforderten spezifischen Bewertung befreit.
Die Organisation hat zudem beanstandet, dass die Studie das Gesundheitsrisiko, das sich aus der Nähe zwischen einer Geflügel-Großzucht und einem Feuchtgebiet mit Wildvögeln ergibt, vor dem Hintergrund der Sorgen um die Vogelgrippe nicht ausreichend analysiert.
Nach Ansicht der Organisation müssen sowohl diemögliche Übertragung von Krankheitserregern von Wildvögeln auf den Betrieb als auch die Rolle bewertet werden, die eine Anlage dieser Größenordnung als epidemiologischer Verstärker mitKonsequenzen für die geschützte Fauna spielen könnte.
Quelle: Agenturen



