Freilaufende Hauskatzen gelten vielerorts als harmlose Begleiter, doch eine aktuelle wissenschaftliche Studie offenbart ein ernstes Problem: In Spanien tragen diese Tiere maßgeblich zum Aussterben zahlreicher Tierarten bei. Während Hunde ebenfalls eine Gefahr darstellen, werden Katzen in der Gesetzgebung und öffentlichen Wahrnehmung deutlich milder behandelt – eine Diskrepanz mit weitreichenden ökologischen Folgen.
Die Studie, veröffentlicht im European Journal of Wildlife Research, zeigt, dass Katzen weltweit am Aussterben von mindestens 63 Tierarten beteiligt sind und 367 gefährdete Wirbeltiere bedrohen. Hunde sind mit 11 Aussterbefällen und 188 bedrohten Arten zwar weniger problematisch, doch auch sie können Schaden anrichten, insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten wie Inseln. Dort fehlt der lokale Tierwelt oft der Schutz vor neuen Raubtieren, weshalb Populationen durch Katzen und Hunde schnell dezimiert werden.
Ein Beispiel aus Gran Canaria verdeutlicht das Ausmaß: Von schätzungsweise 50.000 Haustierkatzen bringen 17 Prozent regelmäßig Beutetiere mit nach Hause – ein alarmierender Hinweis auf die Jagdaktivitäten selbst gut gepflegter Katzen. Dennoch gibt es in Spanien kaum gesetzliche Einschränkungen für freilaufende Katzen, im Gegensatz zu Hunden, die meist an der Leine geführt werden müssen. Diese unterschiedliche Behandlung wurzelt in kulturellen Vorstellungen und der Toleranz gegenüber Katzenkolonien, die von Anwohnern häufig unterstützt werden.
Die Forschung plädiert für eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen: Katzen sollten ähnlich streng reguliert werden wie Hunde, indem sie in sicheren Auffangstationen untergebracht oder nur an der Leine draußen gelassen werden. Eine massenhafte Tötung wird abgelehnt, stattdessen soll durch Aufklärung und verantwortungsvolle Haltung die Population kontrolliert und die Artenvielfalt geschützt werden. Nur so lässt sich die Verantwortung gegenüber der Natur und den Tieren gerecht wahrnehmen und langfristig Biodiversität bewahren.
Quelle: Agenturen





