Dramatischer Rückgang der Mandelbaumflächen auf Mallorca

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Die Landschaft der Balearen war einst berühmt für ihre weitläufigen Mandelbaumplantagen, die besonders im Frühjahr als blühende Sinnbilder der Inseln galten. Doch dieser Anblick verblasst: Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Mandelbaumfläche um 53 % geschrumpft – eine Entwicklung, die tiefgreifende Ursachen und Folgen für die Region mit sich bringt.

Im Oktober 2016 wurde in Porto Cristo auf Mallorca erstmals das Bakterium Xylella fastidiosa entdeckt – ein Erreger, der bereits unzählige Olivenhaine in Italien vernichtet hatte und als das „Ebola“ der Olivenbäume bekannt wurde. Seine rasche Ausbreitung stellte die Landwirtschaft der Balearen vor große Herausforderungen: Bis heute mussten 1.945 infizierte Bäume und Pflanzen entfernt werden, wobei Mandelbäume besonders stark betroffen sind. Wie der Leiter des Landwirtschaftsdienstes, Andreu Juan, berichtet, existieren aktuell nur noch 8.228 Hektar Mandelbäume – Ende der 80er Jahre waren es mehr als 80.000 Hektar.

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Doch Xylella ist nicht die einzige Ursache für diesen dramatischen Rückgang. Viele der Mandelbäume sind alt, wachsen auf Trockengebieten und leiden unter mangelnder Rentabilität. Die Aufgabe traditioneller Anbaumethoden, fehlende Pflege sowie die Auswirkungen des Klimawandels tragen ebenfalls zur Krise bei. Die Folgen zeigen sich auch in der Ernte: Im Jahr 2025 lag die Mandelproduktion bei 1.684 Tonnen – ein Rückgang von 81 % im Vergleich zu 2016.

Interessanterweise hat Xylella andere Kulturen wie Weinreben und Olivenbäume weniger stark beeinträchtigt: Ihre Anbauflächen sind sogar gewachsen. Zehn Jahre nach dem ersten Nachweis bleibt Xylella auf allen Baleareninseln präsent, jedoch haben Landwirte gelernt, mit dem Risiko zu leben und die Verbreitung einzudämmen, etwa durch gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen. Der Mandelbaum aber bleibt ein Mahnmal für den Wandel in der Kulturlandschaft – und für die Herausforderungen moderner Landwirtschaft im Spannungsfeld von Natur, Krankheit und Ökonomie.

Quelle: Agenturen