Guardia Civil „verliert“ Personal auf Mallorca

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Die Polizeigewerkschaft JUCIL schlägt Alarm: Trotz einer Ausschreibung zur Besetzung von 165 Stellen verzeichnet die Guardia Civil auf den Balearen einen Nettoverlust von 70 Beamten. Bis zu 450 weitere Abgänge könnten folgen.

Ein Blick auf die Realität, fehlende Diskussionspunkte und konkrete Lösungsvorschläge. Wer schützt die Insel? Warum Mallorcas Guardia Civil Personal verliert und was jetzt zu tun ist.

Die Polizeigewerkschaft JUCIL meldet, dass die jüngste Ausschreibung zur Besetzung von 165 Stellen auf den Balearen nicht zu einer Aufstockung, sondern zu einem Rückgang geführt hat: 85 Versetzungen zum Festland stehen nur 15 Neuzugänge gegenüber, von denen fünf für ein Jahr auf den Balearen Dienst leisten müssen. Das ergibt ein Minus von etwa 70 Beamten.

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Die zentrale Frage ist: Wie können Mallorcas Sicherheitsbehörden ihre Präsenz aufrechterhalten, wenn eine Personalmaßnahme zu einem Abzug von Einsatzkräften führt und bis zum Jahresende bis zu 450 weitere Abgänge drohen?

Die Zahlen sind alarmierend und lassen sich nicht allein durch Dienstwege erklären. Mallorca hat in den letzten Jahren ein Bevölkerungswachstum und steigende Touristenzahlen erlebt, was insbesondere in den Küstenorten zu zusätzlichem Einsatzdruck führt.

Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten und Wohnpreise; viele Beamte finden kaum bezahlbaren Wohnraum auf der Insel. Das Inselmodell, das Zulagen regeln soll, berücksichtigt laut JUCIL in seiner jetzigen Form weder Dienstaltersstaffeln noch Anreize für längere Verweildauern. Punktuelle Zuschläge, die die realen Mehrkosten oder Mobilitätsanforderungen nicht ausgleichen, wirken wie ein Tropfen auf den heißen Stein: kurzfristig beruhigend, langfristig wirkungslos.

Bisher wurden zwei Aspekte in der öffentlichen Debatte vernachlässigt: Erstens die genaue Berechnung für einen lebenswerten Dienstalltag. Welche Personalkapazitäten benötigt eine Station in Cala Millor oder Port d’Alcúdia wirklich, wenn saisonale Spitzenzeiten herrschen?

Zweitens fehlt die Perspektive auf die Logistikkosten für Familien: Warum sollte ein Beamter mit drei Kindern und Schichtdienst hierbleiben, wenn die Wohnungssuche und Schulkosten auf dem Festland leichter zu kalkulieren sind? Über diese alltäglichen Aspekte wird zu wenig gesprochen; stattdessen dreht sich die Diskussion oft um abstrakte Quoten und Zuschussbeträge.

Quelle: Agenturen