Hauskauf nirgends so teuer wie in Spanien

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Eine durchschnittliche spanische Familie muss fast 40 Prozent ihres Bruttoeinkommens für den Kauf einer Immobilie aufbringen, verglichen mit etwa 10 Prozent im Durchschnitt der Eurozone. Seit 1980 sind diese Ausgaben in Spanien neunmal so stark gestiegen wie im übrigen Europa. Wer in Spanien ein Haus kaufen möchte, benötigt schnell das Äquivalent von sieben bis zehn Jahresgehältern.

Diese Informationen stammen aus neuen Daten der Banco de España, die auf OECD-Indikatoren basieren. Die Bank hat untersucht, wie viele Jahreseinkommen Haushalte in verschiedenen europäischen Ländern für den Erwerb einer Immobilie benötigen, wobei Spanien an der Spitze liegt. Besonders in Städten wie Madrid und Málaga werden hierfür sogar zehn Jahresgehälter benötigt.

Dies geschieht, obwohl es der spanischen Wirtschaft auf dem Papier gut geht. Die Beschäftigungslage und das Wirtschaftswachstum bleiben stabil, während es für normale Haushalte immer schwieriger wird, Wohnraum zu sichern. Dieser Widerspruch macht das Problem besonders hartnäckig: Es handelt sich nicht um eine Krise, die sich in den Arbeitslosenzahlen zeigt, sondern in den Kosten beim Immobilienkauf.

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Warum sind die Immobilienpreise in Spanien so exorbitant? Laut dem spanischen Medienportal Mundiario sind die Preise in Spanien in den letzten zehn Jahren um etwa 80 Prozent gestiegen, verglichen mit durchschnittlich 61 Prozent in der EU. Zum Vergleich: In Deutschland stiegen die Preise um 52 Prozent, in Frankreich um 27 Prozent und in Italien um 16 Prozent. Nirgendwo sonst in der Eurozone haben sich Preise und Einkommen so weit auseinanderentwickelt.

Junge Menschen sind weiterhin stark betroffen, aber das Problem betrifft längst nicht mehr nur Erstkäufer. Auch Familien mit stabilem Einkommen stoßen an ihre finanziellen Grenzen, da die Preise schneller steigen als die Gehälter. Zudem sind spanische Banken bei der Vergabe von Hypotheken strenger geworden und verlangen mehr Eigenkapital sowie eine längere Beschäftigungszeit, was vor allem Selbstständige und Menschen mit befristeten Verträgen benachteiligt.

Experten betonen die Notwendigkeit einer stärkeren Angebotsausweitung: Mehr Wohnraum, insbesondere bezahlbare Miet-, Sozialwohnungen und eine effizientere Nutzung leerstehender Immobilien sind gefordert. Auch die Kontrolle über touristische Vermietungen in besonders belasteten Gebieten wird untersucht. Die Europäische Kommission hat inzwischen darauf hingewiesen, dass jährlich Hunderttausende zusätzlicher Wohnungen notwendig sind, um eine weitere Zuspitzung der Lage zu verhindern.

Bis der Bau mit der Nachfrage Schritt hält, wird die Kluft zwischen Preis und Einkommen jedoch weiter wachsen. Für alle, die gerade planen, eine Immobilie in Spanien zu erwerben, ist es entscheidend, nicht auf die Preise vergangener Jahre zu vertrauen und sorgfältig über die Finanzierung nachzudenken – insbesondere bei Anträgen an spanische Banken mit ausländischem Einkommen.

Quelle: Agenturen