Hundefreundlich, Kinderunfreundlich: Wandel in der spanischen Gastronomie?

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In der spanischen Gastronomieszene zeichnet sich ein bemerkenswerter Trend ab: Immer mehr Restaurants und öffentliche Einrichtungen positionieren sich als „pet friendly“, während Kinder offenbar zunehmend unerwünscht sind. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit Kindern und Haustieren in Spanien verändert und welche Ursachen dahinterstehen.

Die argentinische Psychologin Sonia Almada beschreibt eine alltägliche Szene, die exemplarisch für diesen Wandel steht: Ein weinendes Kind wird mit Missbilligung bedacht, während ein Hund ruhig mit einem Stück Fleisch versorgt wird und in Ruhe gelassen wird. Almada verweist darauf, dass Kinder an vielen öffentlichen Orten immer weniger toleriert werden, während Haustiere immer mehr an Akzeptanz gewinnen. Diese Beobachtung ist auch in Spanien relevant, wo die Zahl der haustierfreundlichen Gastronomiebetriebe steigt, während das Land mit einer historisch niedrigen Geburtenrate und kleineren Haushalten konfrontiert ist.

Almada sieht in dieser Entwicklung eine Form von Altersdiskriminierung, die von der Weltgesundheitsorganisation unter dem Begriff „edadismo“ zusammengefasst wird. Kinder werden oft als störend empfunden, obwohl gerade soziale Präsenz und Raum zum Spielen für ihre Entwicklung essenziell sind. Gleichzeitig erleben Spanien und viele europäische Länder einen Wandel im Familienbild: Großfamilien werden seltener, während die Kinderbetreuung weiterhin stark auf das kollektive Engagement, etwa von Großeltern, angewiesen ist.

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Während Hunde zunehmend willkommen sind – mit speziellen Menüs, Körbchen und sogar ausgewiesenen Stränden – stoßen lebhafte Kinder manchmal auf weniger Nachsicht. Für Besucher aus Ländern wie den Niederlanden oder Belgien fällt dieser Unterschied besonders auf.

Abschließend plädiert Almada für mehr Verständnis und Unterstützung im Umgang mit Kindern in der Öffentlichkeit. Sie sieht Kinderbetreuung als eine Gemeinschaftsaufgabe und ruft dazu auf, Eltern in schwierigen Momenten hilfsbereit zu begegnen, anstatt mit Missbilligung zu reagieren. So könnte ein harmonisches Miteinander von Haustieren, Kindern und Erwachsenen in der Gastronomie und im öffentlichen Raum möglich werden.

Quelle: Agenturen