In Spanien fehlen gut 700.000 Wohnungen

Lesedauer des Artikels: ca. 2 Minuten -

Die Wohnungsnot in Spanien ist ein bekanntes Problem, das nun auch die Aufmerksamkeit der Europäischen Union erregt hat. Laut einem neuen Bericht der EU werden in Spanien mindestens 700.000 neue Wohnungen benötigt, um den Druck auf den Wohnungsmarkt zu verringern.

Diese Zahl wurde von dem Europaabgeordneten Borja Giménez im Rahmen einer Sitzung der Anwaltskammer von Barcelona (ICAB) vorgestellt. EU-weit werden sogar zehn Millionen Wohnungen benötigt.

Gleichzeitig ist die Zahl der Baugenehmigungen für Neubauten in den letzten Jahren um zwanzig Prozent gesunken. Besonders in Regionen mit hoher Beschäftigung fehlt es an bezahlbarem Wohnraum.

Lesetipp:  Passagiere der brennenden Mallorca-Fähre evakuiert
--|- Bitte beachten Sie unsere Anzeigenpartner! -|-- Neue Frequenz, neue Gewinne: Wir stellen um!

Die Mieten in der EU sind in den letzten fünfzehn Jahren um durchschnittlich dreißig Prozent gestiegen, während Eigentumswohnungen um sechzig Prozent teurer geworden sind. In städtischen Gebieten geben zehn Prozent der Bevölkerung mehr als vierzig Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus.

Dies betrifft vor allem Erstkäufer, Alleinstehende und Arbeitnehmer in Branchen, die für das Funktionieren der Stadt unerlässlich sind. Die EU fordert weniger Bürokratie, steuerliche Anreize und einen Ausbau des öffentlichen und sozialen Wohnungsbaus.

In Spanien liegt das Problem darin, dass Gemeinden, Regionen und die Zentralregierung in Madrid sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, während Bauland, Genehmigungen und Mietvorschriften unterschiedlich geregelt sind. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist der Bestand an Sozialwohnungen in Spanien gering. Nur etwa drei Prozent des spanischen Wohnungsbestands sind öffentlich, während der europäische Durchschnitt bei fünfzehn Prozent liegt.

Auch die touristische Vermietung trägt zur Problematik bei, da in vielen Vierteln Ferienwohnungen die traditionellen Mietverhältnisse verdrängen. Spanien baut nicht nur zu wenig, sondern oft auch an den falschen Standorten. Neue Stadtteile am Stadtrand lösen das Problem nicht, wenn Arbeitsplätze, Schulen und öffentliche Verkehrsmittel fehlen.

Solange Wohnungen in Küstenstädten durch touristische Vermietung mehr Gewinn bringen als durch langfristige Vermietung, wird sich die Situation weiter verschärfen. Die Wohnungskrise ist somit eine Herausforderung für den spanischen Sozialstaat.

Quelle: Agenturen